Nabendynamo neu wickeln

Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon windstav » Mi 14. Okt 2009, 07:11

Hallo Jürgen,

das hast du jetzt falsch verstanden. Die Spule ist von Haus aus mit Masse verbunden, also mit der Achse und dadurch mit jedem Metallstück des Dynamos. Es ist nicht vorgesehen, das zweite Drahtende nach außen zu führen und es scheint mir auch schwierig, weil es keine Führung gibt , durch die ich das Kabel nach außen bringen könnte.
Deshalb frage ich mich , ob es so gemacht wurde, um die Wirbelströme zu verstärken. Es wird vom Hersteller empfohlen den Dynamo am Fahrrad nicht an Masse zu verbinden , sondern an den zwei Anschlüssen die es Gibt. Warum also der Masse-Schluss?

Auf dem Bild ist der Anschluss der Spule an Masse gut zu sehen.
Gruß
Stav
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon Bernd » Mi 14. Okt 2009, 08:41

Ich glaube mir den Wirbelströmen hat das nichts zu tun. Die Wirbelströme entstehen direkt
im vom Magneten getroffenen Eisen, also innerhalb der Klauen. Deshalb sind diese auch
lamelliert geblecht.

Grüsse

Bernd
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon windstav » Mi 14. Okt 2009, 11:33

Hallo,
ich habe also die Spule neu gewickelt, mit 0,35 mm Draht. Es kamen 1050 Wicklungen drauf.

Ergebnisse: Lade-Beginn bei etwa 17 U/Min.
Das ist so wenig , das ich mich wunderte :o . Er lädt fast schon bevor er sich dreht. :lol:

Bei 25 U/Min ca. 40 mA
bei 120 U/Min 180 mA (das ist auch der Maximalstrom)
Der Motor dreht am Anfang sehr leicht, aber bei etwa 60 U/Min wird er schwerer und schließlich "ruckelt" er stark.

Übrigens habe ich die beiden Spulen-Enden nach außen geführt, also ohne Masse, das hat aber , wie das Ergebnis zeigt, nichts gebracht.

Mit dem Dickeren Draht lief der Motor allerdings viel gleichmäßiger
Hat jemand noch nen Vorschlag, was die Spule betrifft? Kann man etwas anderes probieren?

Gruß
Stav

PS. Messungen werden mit einem Multimeter und Fahrrad-Tacho gemacht. Sie sind also nicht als absolut genau anzusehen.
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon Bernd » Mi 14. Okt 2009, 12:00

17 U/min, das ist ein Wert von dem wir selbst bei viel grösseren Generatoren nur träumen können.
Es ist überaus erstaunlich das man einen Nabendynamo zur solchen Eigenschaften befähigen kann.

Du kannst ja mal messen welchen Widerstand deine Spule jetzt hat.
Dieser dürfte sich stark vergrössert haben. Das könnte dann auch der Grund sein warum du
am 12V Akku nun einen geringeren maximal Strom hast als mit der originalen Spule.
Im Prinzip hast du nun keinen für 12V passenden "Generator" mehr, sondern dein Dynamo wäre
jetzt für Akkus mit 24V oder gar 36V passend. Dann wäre auch der Ladebeginn wieder so wie
du es gewohnt warst, allerdings würde man in so einen 36V Akku dann mehr Watt hinein bekommen
als in einen mit 12V, ganz einfach weil der nun höhere Innenwiderstand besser zu einem Akku
mit höherer Spannung passt.

Grüsse

Bernd
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon windstav » Mi 14. Okt 2009, 21:06

Hallo,

hier noch ein paar Werte , bevor ich die Wicklungen wieder ändere.

Habe zwei 12V Blei-Batterien in Reihe geschaltet, also 24 V. Lade-Beginn bei 25 U/Min, 220 mA bei 250 U/Min.

Die Spule hat einen Widerstand von 21Ω
Motor läuft relativ ruhig.

Werde jetzt versuchen den Motor an unser Windrad anzupassen.

Was sollte ich eurer Meinung nach anstreben? Ich denke Ladebeginn bei 30-40 U/Min wären gut.
Was meint ihr dazu?

Gruß
Stav
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon jb79 » Mi 14. Okt 2009, 21:57

Welche Leerlaufspannungen hast du bei den erwähnten Drehzahlen?
Hier könnte man sehr gut mit der Converterschaltung, die wir gerade im Elektronikbereich testen rumprobieren, die verkraftet 25V (der Chip kann aber bis zu 36V, nur der Eingangskondensator leider nur 35V), damit könnte man bei hoher Spannung einen kleinen Strom (z.B. deine 220mA bei 24V zu knapp 440mA bei 12V Ladespannung machen).
Welche Ladespannung hattest du an der Batterie, da kann man sich einfach die Leerlaufspannung ausrechnen:
Uleerlauf=Ulast+Ilast*Ri

Die maximal herausholbare Leistung (Leistungsanpassung) ist bekanntlich beim halben Kurzschlußstrom (mal nur mit einem Innenwiderstand berechnet: 24V/48 ohm=0,5A, das mal 24V=12W.

Dein Ziel bei den Wicklungen ist also, diese Leistung zu maximieren, leider ist das Ganze nicht linear (Eisensättigung), für weitere Tests würde ich also folgenderweise vorgehen:

Du brauchst also eine reproduzierbare Drehzahl (möglichst genau einstellbar, die sich auch unter Belastung möglichst wenig ändert), mit der du dann erstmal den Kurzschlußstrom mißt und dann die Leerlaufspannung. Ziel ist immer: möglichst großes Produkt aus Leerlaufspannung und Kurzschlußstrom
Außerdem noch den Widerstand der Wicklung messen.
lg Jürgen
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon windstav » Mi 14. Okt 2009, 22:26

Hallo Jürgen,
Leerlaufspannung ist etwa 75V , die 220 mA sind Ladestrom.
Ich erwähne noch einmal , dass ich mit einem analogen Multimeter messe. Ich meine die mit dem Zeiger.
Den Widerstand der Spule habe ich auf 21ohm gemessen.

Das würde dann ergeben: 75V/21ohm=3,5A , das mal 12 V=43W . Habe ich das richtig verstanden?

oder 24V/21ohm=1,15A, das mal 12V =13W ?

Gruß
Stav
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon jb79 » Mi 14. Okt 2009, 22:49

Theoretisch ja, AAAAAABER es gibt ja leider Eisenverluste, somit wird man leider die Leistung nicht erreichen.
75V ist schon heftig, da muß ein Begrenzer rein.
lg Jürgen
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon windstav » Do 15. Okt 2009, 20:12

Hallo,

hier die letzten Messungen an dem Dynamo.
Ich habe diesmal 548 Doppel-Windungen, also zwei mal 0,35mm Draht, gewickelt. Also praktisch wäre das 0,7 mm Draht.
Der Spulen-Widerstand beträgt 6,4 Ohm. Leerlaufspannung etwa 35V ohne Kondensator, mit Kondensator etwa 50V.


Angeschlossen an 12V Blei-Batterie.
Lade-Beginn bei 30 U/Min
bei 70 U/Min = 120mA
bei 80 U/Min = 200mA
bei 105 U/Min = 250mA
bei 240 U/Min = 300mA

Ich hoffe , dass die Messungen nützlich waren.

Gruß
Stav
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon Bernd » Do 15. Okt 2009, 21:09

Hallo Stav, bei welcher Drehzahl hattest du die 75 Volt ?

Wieviel Ohm hat die original Spule ? Ich glaube die von meinem hatte so ca. 2 Ohm.

Eine "Verbesserung" im Sinne vom mehr deutlicher Mehrleistung ist, bedingt durch die begrenzte
Stromstärke (durch die magnetische Sättigung der Klauenpole) nur über eine höhere
Spannung möglich. Dafür braucht man mehr Windungen aber nach Möglichkeit keinen
grösseren Innenwiderstand. Die 21 Ohm bei deiner Testspule sind definitiv zuviel.
Wenn man doppelt soviele Windungen wie original aber mind. mit der gleichen Drahtstärke
wicklen könnte, besser mit dickeren Draht, dann könnte man zwei 12V Akkus in Reihe laden
mit ca. 500mA, das würde die doppelte Leistung gegenüber der Serienausführung ergeben.

Wenn Windrad und Akku aber am besten so bleiben sollen wie bisher, und wenn du auch mit
dem bisherigen Ladebeginn zufreiden bist, dann würde ich die gleiche Anzahl an Windungen
wie original, nur aus dickeren Draht wickeln.

Grüsse

Bernd
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