Hallo Allerseits,
nachdem ich das Drahtgefummel auf Lochrasterkarten leid bin, habe ich mich seit vielen Jahren mal wieder der Leiterkartenherstellung zugewandt. Da gibt es heute genug Verfahren, man muß sich nur eines aussuchen. Früher habe ich die Dinger von Hand bemalt und geätzt, nun wollte ich mir wenigstens das manuelle Zeichnen sparen.
Also einen alten Sekonic-Stiftplotter SPL-430 herausgekramt und den mit einem Roland-Treiber für den RP-21 unter W2k an der LPT zum Laufen bekommen. Passende HPGL-Dateien gibt ein aktuelles Kicad bereits her, ältere Versionen können das nicht so gut. Ein gespiegelter Linien-Plot mit einer dicken Stiftgröße ergibt recht schnell ein Ergebnis.
Geeignete Zeichenstifte für Leiterkarten habe ich nicht, nur eine Reihe an Einweg-Plotterstiften mit normaler Farbe, für diesen Zweck unbrauchbar. Die Umarbeitung handelsüblicher Permanent-Marker für die Stifthalterung im Plotter ist kompliziert, habe ich nach wenigen Versuchen aufgegeben. Also einen der alten Plotterstifte zerlegt, das Gehäuse gesäubert und dort mit einem Schuß Heißkleber eine gewöhnliche Einweg-Kanüle eingesetzt, so daß deren Konus am offenen Stiftende bündig abschloss. Die Kanülenspitze schaut an der Schreibspitze des Stiftes weit heraus und kann dort bei noch heißem Kleber mittig justiert werden; das andere Ende der Kanüle sitzt im Stiftgehäuse und zentriert sich so selbst. Vermittels eines weiteren Plotterstiftes habe ich die Länge der Spitze auf die Kanüle übertragen und diese dort glatt mit einer winzigen Trennscheibe abgeschnitten. Den Schnitt entgratet und ein wenig poliert, ist der neue Tuschestift fast fertig:
Die Kanüle ist mit 1 mm Durchmesser eigentlich zu dick, sie stammt von einen Tintenpatronen-Nachfüllsatz. Beim ersten Versuch mit Edding-Nachfülltusche ist die Farbe recht zügig durchgelaufen, der Durchlaß in der Kanüle ist also zu hoch. So kam noch ein Stück 0,5er Schaltdraht mit in die Kanüle, was den Durchlaß stark verringert. So hält sich nun die Farbe aufgrund der Kapillarwirkung zwischen Draht und Kanüle selbst und wird erst durch den Kontakt zur Leiterkarte herausgezogen.
Die ersten Plotversuche sehen recht gut aus, wenn man den zu großen Durchmesser bedenkt:
Nächster Versuch, nun mit Draht in der Kanüle:
Die Lötaugen noch etwas kleiner gemacht, nach dem Plotten von Hand korrigiert:
Mit dünneren Kanülen sollte es noch besser gehen.
Zum Plotten auf die Leiterkarte (ich hatte hier eine recht dünne mit 0,5 mm Dicke benutzt) habe ich ein normales A4-Blatt in den Plotter eingelegt und zuerst nur den Kartenumriß mit einem normalen Stift geplottet, dann dort die zugeschnittene Leiterkarte aufgelegt und an den vier Ecken mit Klebeband fixiert. Den Stift gewechselt, mit einem Tropfen Edding-Tusche befüllt und nur die Lötseite ohne Umriß geplottet. Der Stift läßt sich danach mit Spiritus auswaschen und bleibt bis zur nächsten Leiterkarte trocken liegen.
MfG. Andreas
