Nabendynamo neu wickeln

Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon windstav » Do 15. Okt 2009, 22:18

Hallo Bernd ,
die 75V kamen bei 250 U/Min. Da ich mit einem Akku-Schrauber arbeite, komme ich nicht auf höhere.

Doppelte Windungen mit gleichem oder dickerem Draht sind leider nicht zu machen. Da ist kein Platz mehr.
Meine Original-Spule hat auch 2 Ohm.

Ich könnte ja noch die halben Klauenpole raus nehmen. Könnte das die Sättigung senken?

Gruß
Stav
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon Bernd » Do 15. Okt 2009, 22:38

Ich könnte ja noch die halben Klauenpole raus nehmen. Könnte das die Sättigung senken?

Ganz im Gegenteil ! Das wäre sehr schlecht. Je mehr Eisen, desto später die Sättigung.
Ich würde versuchen die Spule aus dickeren Draht mit original Windungsanzahl zu wicklen.

Grüsse

Bernd
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon jb79 » Fr 16. Okt 2009, 04:54

Für die optimale Wicklung sollte der Wickelraum auch möglichst gut ausgenutzt werden, es gibt im Internet auch kleine Programme, die aus der Breite der Spule und den Durchmesserwerten errechnen, was maximal draufpaßt. Überschlagsmäßig kann man es ja errechnen=> Spulenbreite durch Drahtdurchmesser=Windungen pro Lage, dann noch Spulendicke/Drahtdurchmesser= maximale Lagenanzahl, dann Lagenanzahl mit Windungen pro Lage multiplizieren => fertig.

Allerdings bringt man real mehr Windungen drauf, weil sich die Windungen jeder neuen Lage in die Zwischenräume der vorhergehenden Lage legen und man so mehr Lagen draufbringt als die Überschlagsrechnung ergibt.
lg Jürgen
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon arcobär » Fr 16. Okt 2009, 08:34

Für die Sättigung sind die "Amperewindungen" ausschlaggebend,d.h.,bei weniger Windungen erhalte ich einen höheren und bei mehr Windungen einen geringeren Strom.

Gruß Uli
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon Bernd » Fr 16. Okt 2009, 08:45

Hallo Uli, das erklärt dann auch die Messergebnisse von Stav.
Du hast natürlich recht und so langsam kommt einiges vergessenes im Kopf wieder zum Vorschein.

Jedesmal wenn Stav deutlich mehr Windungen ausprobierte, erzielte er einen geringeren Maximalstrom.
Im Umkehrschluss bedeutet es aber auch, das ihm mehr Windungen im Grunde nur den "Vorteil" (der ja
nicht mal einer sein muss) des früheren Ladebeginns (bei gleichem Akku) beschert, allerdings bei geringeren
Maximalstrom und geringerer Maximalleistung.

Mehr Windungen bringen also nur etwas, wenn sich auch die Nutzspannung des Akkus im
gleichen Maße erhöht. Allerdings entsteht dann keine höhere Leistung, wie ich bislang annahm, sondern
es verlagert sich nur die Nutzspannung nach oben.
Höhere Leistung würde also nur möglich bei höherer Drehzahl und relativ wenigen Windungen.

Was Stav bleibt ist also den zur Verfügung stehenden Wickelraum mit möglichst dicken Draht zu füllen,
damit sich wenigstens die ohmschen Verluste reduzieren.

Grüsse

Bernd
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon windstav » Fr 16. Okt 2009, 15:28

Hallo ,

bei meinen Wind-Verhältnissen auf dem Flachdach und umgeben von höheren Häusern dreht sich das Windrad zwar ständig, aber eben so zwischen 30 und 100 U/Min.
Mit der Verdoppelungs-Schaltung wird er sehr früh gebremst. Und original ist die Ladezeit nicht sehr groß.
Das bedeutet , dass ich einen Generator brauche , der früh Lade-Strom abgibt und nicht unbedingt hohen Strom, der den Rotor abbremsen würde.

Insofern bin ich mit den letzten Ergebnissen schon relativ zufrieden.
Wenn jemand stärkeren Wind hat, sollte er meiner Meinung nach dickeren Draht wickeln, so dass der Rotor ungebremst hohe Drehzahlen erreicht , die er dann auch hält, wenn er stärkeren Strom abgibt.

Was ich noch versuchen möchte ist, die Klauenpole durch ein geeignet geschnittenes und gebogenes Blech zu ersetzen, dass aus einem Stück sein muss, und so mehr Platz für eine größere Spule zu bekommen.
Allerdings habe ich zur Zeit nicht die nötige Zeit dafür.

Gruß
Stav
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon Wolle » Di 13. Apr 2010, 14:51

Hey,

was ist eigentlich nun nach den ganzen neu wickeln und testen rausgekommen, was hast du jetzt für eine Wicklung drauf?
Was hat sich leistungsmäßig am Generator, gegenüber dem Original, verändert/verbessert?

Habe im Netz die Bauanleitung für nen kleinen Generator gefunden http://www.windstuffnow.com/main/radial ... rnator.htm (der zweite Generator) und dachte da gleich an deinen zerlegten Nabendynamo. Meine aller erster Gedanke: Irgendeinen billigen Nabendynamo gekauf, alles aufgeräumt und den den selbstgebauten so ausgelegt, das er in das Nabendynamogehäuse passt. Ob sich nun Rotor um Stator dreht oder andersrum ist ja egal.

Nun noch eine Frage: Was meinen die "Generator-Fachleute" dazu :!: Ist der Generator bzw. die Anleitung brauchbar?
Dachte da an 12V 3-Phasendrehsromgenerator, bei niedrigen (realistischen!)Umdrehungen pro min, also das was die meisten hier such....
Ist das eigentlich nun nen eisenloser Gen. oder nicht?, weil der Stahlkern in der Mitte mich verwirrt...

Ich weiß, das sind wieder nen Haufen von Fragen.... :oops:

MfG Wolle
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon Bernd » Di 13. Apr 2010, 15:30

Im Link handelt es sich um einen eisenlosen Generator.
Man spricht von eisenlos, wenn im Betrieb des Generators kein Eisen ummagnetisiert wird.
Das ist immer dann der Fall wenn die Spulen keinen Eisenkern haben, so wie hier.

Der Generator wird, bauartbedingt, vermutlich erst bei höheren Drehzahlen Nutzsspannung liefern.
Keineswegs wird er so früh wie ein Nabendynamo Ladespannung abgeben.
Ich schätze (Ed hat sich ja leider nicht drüber ausgelassen) das man bei ca. 300 - 500 U/min in den
Ladebereich kommen könnte. Ist aber nur ne grobe Schätzung.
Zum Vergleich, beim Nabendynamo laden wir 12 Volt ab ca. 60 U/min.

Der Vorteil liegt ganz klar in dem rastmomentfreien Lauf.
Für ein schnell drehendes kleines Windrad sicher eine interessante Konstruktion.

Grüsse

Bernd
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon windstav » Di 13. Apr 2010, 21:34

Hallo Wolle,
Ich habe den Dynamo nicht mehr in Betrieb , da ich mehr Strom wollte. Es gilt aber was ich zuletzt schrieb, sehr früher Lade beginn, allerdings niedriger Ladestrom.

Gruß
Stav
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Re: Nabendynamo neu wickeln

Beitragvon Wolle » Mi 14. Apr 2010, 09:26

Hallo,

@ Bernd:
mit den Ladebegimm von 12V bei 60 1/min, meinst du aber mit der entsprechenden Elektronik dahinter (Step-Up-Wandler, oder wie auch immer...)
Oder gehe ich von den falschen Dynamos aus?? Du meinst doch diese hier, z.B.SHIMANO DH-3N20, Shimano DH-3N72,... (da gibt es ja 1000 Modelle ;) ). Diese haben ja nur 6V , 3W.

MfG Wolle
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