Bau eines Ringgenerators

Bau eines Ringgenerators

Beitragvon mario » Fr 8. Jan 2010, 09:01

Hallo Bernd,

ich verfolge seid einiger Zeit Deinen Baubericht und wollte mich jetzt endlich auch mal an einen Generator machen. Natürlich eint uns alle der Wille nach bestmöglichen Werten. Vorstellung ist ein Durchmesser von ca 1m. Ich habe eigentlich gedacht die Magnete hochkannt in 2 Ringen auf eine Platte zu setzen und zwischen den beiden Magnetreihen die Spulen zu packen. Das heißt zwar mehr von den teuren Magneten, aber der Aufwand für das wickeln wird drastisch sinken. Wenn man also mal eine kleine Serie für interessierte Leute auflegt, dann sinkt der Arbeitsaufwand erheblich.

Bei Deinem Ringgenerator würde mich die Ausrichtung der Pole in den Magneten interessieren. Ich habe bisher die 40*40*15 Magnete immer so gesehen, dass die großen Flächen jeweils einen Nord- und der andere Südpol magnetisiert sind. Das würde jedoch heißen, dass Deine Spulen wenn Sie vor dem Magneten stehen von beiden Polen erreicht werden und das Resultat ein sich aufhebendes Feld ist.

Oder stehe ich da gerade total auf dem Schlauch?

Würde mich über eine Antwort freuen und wenn ich mein Vorhaben gestartet habe, das Ganze gerne auch für alle dokumentieren.

Danke Mario
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Re: Baubericht eisenloser Ringgenerator, Großversion

Beitragvon Bernd » Fr 8. Jan 2010, 10:02

Hallo Mario,
Ja bei mir stehen immer zwei gleichartige Pole gegenüber.
Die beiden Spulenschenkel werden in unterschiedlicher Magnetfeldrichtung vom Fluss getroffen
und das MUSS auch so sein, denn die "Drahtrichtung" ändert sich ja zwischen den Schenkeln und
daher muss sich auch die Flussrichtung ändern, sonst würden sich die Spannungen aufheben, das
passt also alles schon so wie es ist. :)

Bei deinem geplanten Generator würden also zwei Reihen Magnete auf einer Platte hochkant stehen.
Die Pole der Magnete stehen sich dann gegenüber, ähnlich wie beim Scheibengenerator.
Jetzt musst du aber noch dafr sorgen das die Rückseite der Magnete, also die Pole die nach hinten
zeigen, miteinander verbunden werden. Das nennt man den magnetischen Rückschluss der nötig ist
damit der Fluss zwischen den Magneten möglichst stark wird.

Grüsse

Bernd
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Re: Bau eines Ringgenerators

Beitragvon CFD » Sa 9. Jan 2010, 00:18

Hallo Mario,
das sind ja ambitionierte Abmessungen, respekt.

Ich habe eigentlich gedacht die Magnete hochkannt in 2 Ringen auf eine Platte zu setzen und zwischen den beiden Magnetreihen die Spulen zu packen


Meinst du so eine Anordnung:
Ringgenerator_dreireihig.png


Dargestellt sind drei Scheiben mit Magneten, bei denen zwischen den Scheiben wie beim Axial-Scheibengenerator die Spulen angeordnet sind.

Man müsste diese Bauform (mehrere eisenlose Ring-Magnetscheiben) mal mit dem Axial-Scheibengenerator mit Eisenrückschluss vergleichen, was effektiver ist. Oder scheidet Eisen im Rotor für dich von vorneherein aus?

Gruss CFD
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Re: Bau eines Ringgenerators

Beitragvon mario » Sa 9. Jan 2010, 13:53

Hallo CFD,

nicht ganz so. Ich möchte mit dem Teil einen Kompromiss zwischen Aufwand und Nutzen erreichen.
Außerdem soll die Möglichkeit geschaffen werden jeden beliebigen Vertikalrotortyp aufzusetzen.
(die richtige Größe vorausgesetzt) ;) Anbei eine Kurze Skizze die das vielleicht veranschaulicht.

Bild

Die lange Achse die am Stator befestigt ist, soll für eine optimale Führung des Rotors sorgen, damit die
Abstände der Spulen zu den Magneten so klein wie möglich ausfallen können.

Ich hoffe es ist ein wenig anschaulich geworden. Ich denke das bei dieser Variante sich der Aufwand in
Grenzen hält und der Nachbau vielleicht durch jeden geübten Bastler erfolgen kann. Vielleicht lasse ich
ein paar Halterungen für die Magnete anfertigen, die einfach auf die Rotorplatte geschraubt werden können.
Mir ist nur noch keinen gute Idee gekommen, wie diese Halterung idealerweise aussehen soll.

Viele Grüße

Mario
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Re: Bau eines Ringgenerators

Beitragvon Bernd » Sa 9. Jan 2010, 16:34

Hallo Mario, deine Bauweise hat den Vorteil das der eigentlich entscheidende Ringspalt
zwischen Magneten und Spulen prinzipbedingt immer gleich bleibt, auch wenn sich die
Achse durch den Winddruck neigen sollte.
Statt dessen tauchen dann die Spulen nur etwas weiter in den Zwischenraum ein oder gehen etwas aus ihm heraus.
Dieses "Neigen" der Achse würde ich unbedingt mit einplanen weil ich fest davon ausgehe das es sich spürbar zeigen
wird.

Die Befestigung der Magnete dürfte wirklich nicht so einfach sein, denn die Magnete ziehen sich ja mit
gewaltigen Kräften an.
Wie wäre es pro sich gegenüber stehenden Magnetpaar eine U-Eisen zu verwenden, auf dessen Innenseiten
die Magnete kleben ? Gleichzeitig wäre damit ein Rückschluss gegeben.
Die andere Idee wäre eine Art "Eisenring" bzw. zwei, die sich gegenüber stehen und auf die man die Magnete
klebt. Auch wir wäre der magnetische Rückschluss gegeben.

Ich freue mich das du dich an diese Bauform machst, denn da gibt es bislang noch wenige Berichte.
Ich halte es aber für aussichtsreich.

Grüsse

Bernd
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Re: Bau eines Ringgenerators

Beitragvon abdul7383 » Sa 9. Jan 2010, 21:17

Hallo Mario

Das wäre vielleicht für dich interessant für die Halterung der Magnete.



schöne Grüße
Abdul
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Re: Bau eines Ringgenerators

Beitragvon Bernd » Sa 9. Jan 2010, 21:48

Hallo Abdul und herzlich willkommen hier in diesem tollen Forum.

An dieses Video dachte ich auch gleich als Mario sein Vorhaben vorstellte. :)
Erstaunlich finde ich den Aufbau dieses Magnetrings. Es sieht so aus als ob man Ferritmagnetklötze
auf einer Art Aluhaltewinkel montiert hätte. Das wäre aber nicht sonderlich effektiv.. :(

Grüsse

Bernd
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Re: Bau eines Ringgenerators

Beitragvon mario » Sa 9. Jan 2010, 22:03

Hallo,

danke für die Rückmeldungen. Das Video ist auch interessant.
Die Lagern glaube ich sogar mit Magneten.

Na dann werde ich mich mal an die Arbeit machen. Werde das Ganze gut dokumentieren
und hier posten. Wegen der Wicklungen werde ich sicher nochmal nachfragen.

Ich möchte bei geringen Drehzahlen möglichst schnell auf 40V kommen. Heisst sicher viele Windungen.
Aber bei 1m Durchmesser kann die Anzahl der Spulen ja entsprechend hoch sein.

Also danke erstmall

Mario
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Re: Bau eines Ringgenerators

Beitragvon mario » Sa 9. Jan 2010, 23:21

Ich habe noch eine Frage,

hat jemand erfahrung, ob man Magnetscheiben bohren kann?

Danke Mario
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Re: Bau eines Ringgenerators

Beitragvon Bernd » Sa 9. Jan 2010, 23:29

Davon wird immer abgeraten, obwohl ich schon gelesen habe das jemand das gemacht hat.
Das Material ist aber sehr spröde und angeblich auch sehr feuergefährlich, ähnlich Magnesium.
Eine eiserne Schraube darfst du aber nicht hindurch führen, sonst verbindest du die beiden
Pole über diesen "magnetischen Kurzschluss".

Grüsse

Bernd
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