Dreiphasenwicklung

Dreiphasenwicklung

Beitragvon andreas » Mi 25. Nov 2009, 17:47

Hallo Allerseits,

wie ich lesen konnte, war die Problematik verschachtelter Wicklungen schon Thema dieses Forums. Ich habe mir darüber vor längerer Zeit Gedanken gemacht und verschiedene Testwicklungen erstellt. Die letzte Version möchte ich hier mal vorstellen. Es handelt sich dabei um eine Dreiphasenwicklung für einen kleinen Scheibengenerator, der mit 10 Magneten pro Scheibe bestückt ist:

3phasenwicklung.jpg
3phasenwicklung.jpg (8.03 KiB) 11668-mal betrachtet

Die Spulen habe ich alle einzeln auf der selben Form gewickelt, sie haben also jeweils gleiche Drahtlängen. Vor dem Abnehmen von der Form wurden nur die langen Spulenschenkel mit Kleber versehen und danach die Wicklungsecken zusätzlich mit Drahtbindern gehalten (die kurzen Enden kann man oben noch sehen). Dann habe ich zwei Drittel der Spulen an den inneren und äußeren Umkehrschlaufen verbogen, also die langen Spulenschenkel in den Schraubstock mit Gummibacken gesteckt und die Enden mit Hammer und Holzstück um etwa eine Wicklungsdicke abgewinkelt. Erst danach wurden die restlichen Wicklungsteile mit Kleber getränkt.

Montiert wird dann, wie vielleicht oben zu erkennen, erst eine Spule mit den Abwinklungen nach unten, dann eine gerade Spule und zuletzt eine Spule mit den Abwinklungen nach oben. Als Unterlage dazu wird ein rundes, erhöhtes "Nagelbrett" gebaut, was erstens eine Höhenführung der Spulen im Magnetbereich erlaubt und zweitens die exakte Lage der Spulen im Kreis herstellt. Mit einem zweiten runden Brett, was aber etwas aufgebohrte Nagellöcher hat, werden die Spulenschenkel auf eine gleiche Höhe gedrückt (einige Schraubzwingen setzen und nachmessen). In dieser Lage kann das Spulenpaket dann innen und außen untereinander mit dickem Kleber verbunden werden.

Dieses Verfahren ist so nur für Doppel-Magnetscheiben geeignet, welche nicht vollständig vergossen sind, sondern Platz innerhalb und außerhalb des Magnetkreises bieten. Die Wicklungsdicke darf nicht höher als die Magnetdicke sein oder es muß ein größerer Luftspalt in Kauf genommen werden.

MfG. Andreas
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Re: Dreiphasenwicklung

Beitragvon Bernd » Mi 25. Nov 2009, 20:59

Diese Bauweise mit überlappenden Spulen hat den Vorteil das man mehr wirksames Kupfer
als bei der herkömmlichen Scheibengeneratorbauweise, mit einzeln stehenden Spulen, unterbekommt,
denn bei der herkömmlichen Bauart hat man immer 1/4 weniger Spulen als Magnete aber vor allen
hat man Löcher in der Spulenmitte durch die die Feldlinen ungenutzt hindurch können.
Genau das gibt es bei der Überlappung nicht. Hier kann man, zumindest theoretisch, vollflächig
Kupfer unterbringen.

Das nachträgliche Verformen der Spulenschenkel würde ich persönlich lieber vermeiden sondern lieber gleich
"in Form" wickeln.
Wenn es relativ dünner Draht ist, dann mag es noch gehen, aber so besteht eine gewisse Gefahr
die Lackisolierung zu beschädigen.

Grüsse

Bernd
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Re: Dreiphasenwicklung

Beitragvon andreas » Mi 25. Nov 2009, 22:02

Hallo Bernd,

bezüglich der Magnetfeldausnutzung teile ich Deine Meinung vollständig. möchte aber noch ergänzen, daß man aufgrund der viel mehr möglichen Spulen deutlich weniger Windungen pro Spule braucht und somit erheblich dickeren Draht verwenden kann. Beim Lackdraht aber bin dank praktischer Erfahrungen eher sorglos. Diesen Lack bekommt man kalt nur mit scharfen Werkzeugen vom neuen Draht herunter, eine einmalige Anpassung einer doch recht kleinen Wicklung sollte beim Einsatz geeigneter Werkzeuge kein Problem sein. Immerhin verbiegt man da nicht hunderte, sondern in aller Regel nur wenige Windungen gemeinsam. Das Wickeln in eine geeignete Form ist technologisch nicht gerade simpel und erscheint mir für den Windradbastler eher ungeeignet. Ich hatte eher nach einer Variante für den Küchentisch gesucht und da kam eben oben benanntes Verfahren als gut machbar heraus.

MfG. Andreas
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Re: Dreiphasenwicklung

Beitragvon Bernd » Mi 25. Nov 2009, 23:03

Wo wir gerade dabei sind, ich suche noch nach einer einfachen Möglichkeit den Lack vom Draht zu bekommen.
Bisher kenne ich die spezielle Lackabziehzange und die Option den Lack zu verbrennen und anschliessend zu schmirgeln.
Da ich aber meine Wicklung aus vielen Einzeldrähte, die parallel gewickelt werden, erstelle dürfte
es sehr nervig werden bei so vielen Spulen vielleicht 250 Drähte abzuisolieren.
Gibt es nicht ein elektrisches Werkzeug das für diesen Job gebaut wurde ?
Hat jemand ne Idee wie man das Abisolieren sonst noch vereinfachen könnte ?

Grüsse

Bernd
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Re: Dreiphasenwicklung

Beitragvon andreas » Mi 25. Nov 2009, 23:49

Hallo Bernd,

die Profis verzichten gewöhnlich auf eine Abisolierung, da wird der Draht als Schlaufe um einen Anschluß gelegt und dann per Querstrom am Anschluß bloß noch erhitzt. Dabei wird der Lack weich und läuft weg, der Anschluß selbst sozusagen nur punktgeschweißt. Natürlich ist das dem Bastler nicht machbar. Für ganz dünne Drähte in Schlaufen an Kollektoren oder so nutze ich den Glaspinsel, aber er macht natürlich fast nur den Querdraht blank und wirkt kaum auf losen Längsenden. Die einzig sinnvolle Variante für Einzeldrähte ist tatsächlich der Lackkratzer, sprich Abziehpinzette. Leider sind die Klingen im Handel fast nur noch für eine einzige Drahtdicke, meist um 0,5 mm geeignet. Früher gab es erheblich mehr Auswahl, aber vermutlich weiß man heute darauf zu verzichten. Aber anders als noch vor 30 Jahren sind heute viele Drahtlacke lötfähig und schmelzen schon bei erhöhten Lötkolbentemperaturen. Mache mal ein paar Versuche, möglicherweise kommst Du schon mit der Löthitze zum Ziel.

MfG. Andreas
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Re: Dreiphasenwicklung

Beitragvon Menelaos » Mi 9. Dez 2009, 05:20

Gerade lese ich diesen Threat nachdem ich fast eine Stunde lang meine Billig-Küchenmesser mit einem noch viel billigeren :roll: elektrischen Messerschneider den ich heute kaufte zu schärfen versucht habe. Für Messer taugt das DIng leider nicht. Gleich habe ich mich wieder in die Küche gemacht und mal versucht wie es sich denn mit Draht verhält. Klappt ganz prima. Den Kopf zum EInführen des Messers kann man leicht abziehen ud darunter rotiert ein Minischleifstein. Das Abisolieren geht damit sehr schnell und dank Batteriebetrieb ist das ding auch sehr mobil.
Vielleicht ist das ja was für dich Bernd...

Alternativ fällt mir da noch etwas ein. Es gibt für Bohrmaschinen runde Schleifsteine zum einspannen. Ich habe so einen mal im Baumarkt gekauft.
Nun müsste man in diesen eigentlich nur in der Mitte ein kleines Loch bohren welches nur leicht größer ist als der Drahtdurchmesser. EInen passenden Bohrer zu fiden dürfte hier das Problem sein. Praktischerweise sind meine Schwiegereltern Zahnärzte. Die haben Diamantbohrer mit denen sich wirklich jedes Material bearbeiten lässt und sind auch entsprechend dünn genug. Sie benutzen diese gelegentlich auch für das Bohren und beschleifen von Edelsteinen für Ketten und so...

Dann müsste man nur noch den Draht in das Loch stecken und "Gas geben". Der lack sollte sich dann schön gleichmäßig abschleifen und so ein STein hält sicherlich auch ewig.

Gruß
Max
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Re: Dreiphasenwicklung

Beitragvon Bernd » Mi 9. Dez 2009, 09:37

Ist deine rotierende Schleifscheibe aus dem Schärfer so ein Ding bestehend aus zwei Scheiben die Kegelförmig sind
und so eine Art Schlitz bilden in die das Messer hinein muss ? So ist nämlich mein Schärfer aufgebaut.

Ich bin noch auf eine völlig andere Idee gekommen die, wenn sie funktioniert, auch ganz toll ist.
Zunächst mal werden die Einzeldrähte der Spule alle auf gleiche Länge geschnitten. Dann stülpe ich diesen
Drahtbesen in ein Gefäß mit Aceton, so das die Drähte ca. 1 bis 2cm tief eintauchen.
Falls der Lack Aceton löslich ist werde ich anschliessend sauber Drähte haben die bis zur Eintauchtiefe
entlackt sind. Im Augenblick erscheint mir das die einfachste und gleichzeitig die gründlichste und
schonenster Methode zu sein.... wenn es klappt. ;)

Grüsse

Bernd
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Re: Dreiphasenwicklung

Beitragvon finn » Mi 9. Dez 2009, 15:30

Und wenns mit Aceton nicht geht gehste einfach mal in deine Chemikalien ecke und probierst mit was anderem rum :-P
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Re: Dreiphasenwicklung

Beitragvon Bernd » Mi 9. Dez 2009, 21:16

Mit Aceton ging es tatsächlich nicht, das hätte ich nicht vermutet wo das Zeug doch so ziemlich alles
an und auflöst. :)
Der nächste Test dann mit Verdünner, auch keine Reaktion.
Dann Spiritus, in den ich die per Flamme vorgeheizten Kupferlackdrähte tauchte,
das war auch ein Tip den ich mir ergoogelte, auch keine Reaktion.
Zuletzt dann der Versuch mit heisser Natronlauge, ebenfalls keine Reaktion.

Naja nunmehr glaube ich zu wissen das es sich wohl um eine PUR Lackierung handelt,
die äusserst beständig gegen Chemikalien ist.
Dem Lack ist nur mit speziellen Abbeizern, also nicht die aus dem Baumarkt, zu Leibe
zu rücken.

Grüsse

Bernd
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Re: Dreiphasenwicklung

Beitragvon andreas » Mi 9. Dez 2009, 21:55

Hallo Bernd,

zwei Links dazu sollten Dich weiter bringen:

http://www.mikrocontroller.net/topic/9422

und

http://www.elektrisola.com/de/lackdraht ... typen.html

MfG. Andreas
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