LowCost Generatoren für einfache Windräder.

Re: LowCost Generatoren für einfache Windräder.

Beitragvon Bernd » Fr 13. Nov 2009, 22:21

Deine Rechnung ist korrekt, sie ergibt 0,0017Nm, was faktisch fast nichts ist.

EDIT: Mir fällt gerade auf das ich eine Null weniger hinter dem komma heraus
bekomme als du.

Du schreibst der Rändelknopf hätte ca. 6mm Durchmesser, die Achse hat schon 4mm.
Hat der Knopf wirklich nur 1mm Wandung ? Oder ist die Durchmesserangabe des
Rändelknopfes vielleicht die Ursache für das extrem kleine ermittelte Rastmoment?

Erstaunlich finde ich das du sogar das Losbrechmoment ermittelt und angegeben hast,
welches ja eigentlich höher liegen sollte als das durchschnittliche Leerlaufmoment, das
ich zu ermitteln suchte. Trotzdem liegen deiner Werte fast 10x niedriger als meine.

Die Rastung ist tatsächlich etwas nerviges, aber ist sie erstmal überwunden dreht
das Windrad dann durch seine Masse rund, es überwindet die folgenden Rastungen
durch seinen eigenen Schwung.
Die Rastung ist beim Modell 304 (40 Volt) auch weit weniger ausgeprägt als beim 18V Modell.
Eine ganz einfache und leistungsneutrale Methode um das Rasten deutlich zu minimieren
ist der Einsatz von Drehstromgeneratoren. :) Hier sinkt es prinzipbedingt auf einen
Bruchteil einer vergleichbaren 1 Phasen Konstruktion.
Bei 1 Phasen Motoren/Generatoren wird es leider immer relativ stark ausgeprägt sein
oder eben auf Kosten der Effektivität des Generators etwas reduziert sein.

Grüsse

Bernd
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Re: LowCost Generatoren für einfache Windräder.

Beitragvon andreas » Fr 13. Nov 2009, 22:52

Hallo Bernd,

der Knopf hat einen Durchmesser von 12,4 mm, ich hatte da schon den Radius benannt. Also ist er nicht furchtbar dünn, sondern eher durchschnittlich ausgeführt.

Entscheidend für das Anlaufen ist natürlich allein das Moment, was für den Übergang vom Stillstand zum Laufen notwendig ist. Läuft das erst einmal, sind schon alle Messen gesungen... Ich habe das ja bei Steppern durch (waren allerdings auch fünf hintereinander auf einer Welle), da brauchte es zum Anlaufen ein mehrfaches von dem, womit man weiterlaufen konnte.

Insofern bin ich heilfroh, nun seit über einem Jahr einen rastfreien Generator im Wind zu haben. Basis ist übrigens die Festplattenmechanik einer alten 5,25"-Platte (ST4096, nie gelaufenes Ersatzteil, unbenutzt verschrottet), welche spielfrei und nach Abdrücken der Antriebsglocke von der Welle extrem leichtgängig ist. Einmal von Hand angedreht, läuft so eine Lagerung mit Plattenstapel oder Scheibengenerator einige Minuten weiter.

Wobei mir nach dem letzten Umbau (größere Magnete) doch wieder eine Rastung aufgefallen ist: Meine Spulenplatte hat Randverstärkungen in Form von kleinen Aluwinkeln, welche per M3 dort mehrfach verschraubt sind. Und diese Schrauben, obschon über einen cm seitlich von den Magnetscheiben weg, bewirken eine gewisse Rastung. Das Tütchen Messingschrauben, was ich letztens besorgt habe, wird dies zu richten haben. Solange ich vorher nur Festplattenmagnete auf den Scheiben hatte, ist dies gar nicht aufgefallen...

MfG. Andreas
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Re: LowCost Generatoren für einfache Windräder.

Beitragvon andreas » Fr 13. Nov 2009, 23:01

Hallo Bernd,

Bernd hat geschrieben: Mir fällt gerade auf das ich eine Null weniger hinter dem komma heraus
bekomme als du.

das sollte wir abklären. Hast Du die offizielle Formel für die Berechnung des Drehmoments zur Hand?

Mehr als Weg mal Gewicht ist das doch nicht, oder?

MfG. Andreas
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Re: LowCost Generatoren für einfache Windräder.

Beitragvon Bernd » Fr 13. Nov 2009, 23:08

eine Gewichtskraft von 102 gr an einem Hebelarm von 1m ergibt 1Nm.
Daraus leite ich immer ab.

Grüsse

Bernd
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Re: LowCost Generatoren für einfache Windräder.

Beitragvon Bernd » Fr 13. Nov 2009, 23:10

Welche Nenndrehzahl hat der Festplattenmotor?
Ich finde es immer spannend wenn über solche Dinge berichtet wird.
hast du vielleicht Fotos ?

Meine Festplattenmotoren aus 3,5 Zoll Platten sind leider ziemlich ungeeignet wegen ihrer
hohen Drehzahlen. Bei meinem rastet es auch von Haus aus schon fühlbar aber immer noch
sehr gering.

Zur Berurteilung der Eignung eines Generators muss man immer viele Parameter heran ziehen.
So sind neben eines leichten Anlaufs auch auch Dinge wie der Innenwiderstand sehr wichtig.
Natürlich muss das Drehzahlniveau auch passen, ebenso die Spannung und letztendlich auch
die Leistung für die jeweilige Anwendung.
Der 304 von Okin ist da gar nicht mal so schlecht, zumindest was die geringen Drehzahlen
anbelangt. Sein Widerstand von ca. 9 Ohm ist doch eher sehr bescheiden.

Grüsse

Bernd
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Re: LowCost Generatoren für einfache Windräder.

Beitragvon andreas » Fr 13. Nov 2009, 23:26

Hallo Bernd,

damit ist alles klar - ich habe mit 1 kg am Meterarm gerechnet...

Gibt es das irgendwie zum Nachschlagen?

Der Festplattenmotor hatte imho 3600 U/min, eine damals übliche Drehzahl. Ich könnte aber noch mal ins Datenblatt sehen, denn es steht hier noch mindestens eine zweite Festplatte derselben Bauart intakt mit Beschreibung herum... Doch, alles noch da, neben dem Ontrack Diskmanager V4.0 auf 5,25"-Diskette ist auch das Handbuch (c) 1987 vorhanden: 80 MB, 9 Köpfe (übrigens ein richtig netter Linearantrieb dafür, baute man nur selten), 1024 Zylinder, 28 ms Zugriffszeit, 25,5 W Leistungsaufnahme. Keine Angaben zur Drehzahl. Bilder kann ich erst später liefern - die intakte Platte ist ja noch komplett verschlossen, die andere seit Langem in der Luft, inzwischen auf 8 m Höhe.

MfG. Andreas
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Re: LowCost Generatoren für einfache Windräder.

Beitragvon Bernd » Fr 13. Nov 2009, 23:56

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Re: LowCost Generatoren für einfache Windräder.

Beitragvon andreas » Sa 14. Nov 2009, 08:49

Hallo Bernd,

meine Werte sind also alle in kpm und nicht in Nm. Ich werde die Nachricht noch mal überarbeiten, damit dort korrekte Angaben drin stehen.

MfG. Andreas
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Re: LowCost Generatoren für einfache Windräder.

Beitragvon andreas » Sa 14. Nov 2009, 16:24

Hallo,

zum Verdrehen von Ankerblechen habe ich mal ein kleines Werkzeug angefertigt, damit geht das sehr gut. Die Platte ist aus einem Rest Fußboden-Laminat geschnitten, die Stifte sind das, was beim Blindnieten übrig bleibt.

ankerwerkzeug.jpg
ankerwerkzeug.jpg (3.93 KiB) 13723-mal betrachtet

Wenn man dort sorgfältig arbeitet, paßt es sauber auf den Anker rauf und greift etwa zwei Bleche zum Verdrehen. Kritisch ist der Winkel zwischen Anker und Werkzeug beim Verdrehen. Hier habe ich einen kleinen Schraubstock mit eingebautem Prisma verwendet und dann den Anker horizontal so verspannt, daß an der Schraubstockkante 2 Bleche mehr überstanden, als gerade gedreht werden sollten - mein Werkzeug hat etwa 2 mm Abstand von der Plattenoberfläche zu den Stiften. Sicht auf das im Anker eingesetzte Werkzeug:

paket2.jpg
paket2.jpg (6.94 KiB) 13724-mal betrachtet

MfG. Andreas
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Re: LowCost Generatoren für einfache Windräder.

Beitragvon Bernd » Sa 14. Nov 2009, 20:52

Geile Vorrichtung die du Dir da gebaut hast.
Wenn du magst kannst du auch gerne grössere Bilder einstellen denn hier ist es mit dem Speicher
nicht so knapp, habe 10 GB gemietet. :)

grüsse

Bernd
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