Hallo Bernd
Wenn ich die Grafik 2 recht interpretiere dann hat eine Masseverdopplung (bei gleichzeitiger Flussdichtereduzierung)
nach deinem Verständnis bis zu hohen Frequenzen hin höhere Verluste zur Folge, also auch und vor allen bei 50 Hz ?
Wenn dem so wäre, dann wird es jetzt interessant.
Es bewirkt nur, daß das Verhältnis Hystereseverluste/Wirbelstromverluste größeren Wert annimmt als vorher. Nur das.
Bei gutem Weichmagnetischem Material mit schmaler Hysterese-Schleife kann aber die rot- grüne Linie viel flacher/tiefer verlaufen. Dann ändert sich das „Gesamteindruck“.
Materialabhängig.

Du schreibst das die Tabellen in Ekofuns Buch deiner Meinung nach die Summe beider Verlustarten wiedergeben.
Wem dem so ist, dann wäre doch eine Massevergrösserung (mindestens wenn man dadurch die Flussdichte von 1,5 auf 1 Tesla reduzieren kann)
sehr positiv zu werten weil stark verlustsenkend, denn das sagen ja die Tabellenwerte nunmal aus.
Deine Grafiken sagen aber das genaue Gegenteil aus !
Sind die Tabellenwerte richtig oder das was du zeichnetest
Eines schließt das andere nicht aus.
Irgendwann werden die W- Verluste stärker als H- Verluste – das steht sicher.
Aber wann und bei welcher Flußdichte... ?
Die beide dort dargestellte Linien können ihr Verlauf (Steigungswinkel) jeweils bedeutend ändern und infolge sich bei sehr unterschiedlichen Frequenzwerten durchkreuzen.
Neigungsgrad jeder Linie im Durchkreuzungspunkt kann auch unterschiedlich sein.
Solche Nuancen sind in dieser Grafik eher nur für konkrete Materialparameter und nach komplizierten Berechnungen/Versuchen möglich.
(In Sache Formel/Berechnungen fühle ich mich nicht besonders stark)
Steigungs- Schnelligkeitszuwachs der W- Parabelhälfte verflacht sich sicher bei Verdoppelung der Materialmasse und verschiebt deutlich nach Rechts längst der Frequenz- Achse (blaue gepunktete Linie).
Dann sind leider die W/kg Wirbelstromanteilswerte mit der neuen Eisenmasse zu verrechnen.
Diese Neuberechnung mit der nun erhöhten Masse nach meiner Meinung widerspricht der Ekofun’s Tabelle nicht.
Die Werteachsen habe ich absichtlich mit keiner Skala /Werteangaben versehen, weil wir über keine konkrete Materialspezifische Gütewerte für unser Geni verfügen.
Extreme Güteunterschiede können zu extrem verschiedenen Ergebnissen führen.
Die Gütewerte in jedem Eisenmaterial kann man zwei Gruppen zuteilen:
- E- Verluste senkend (oder Gegenteil)
- W- Verluste senkend (oder Gegenteil)
Deshalb können die Güteunterschiede je nach Einzelfall auch dazu führen, daß
das Verhältnis E-Verluste / W- Verluste kann für verschiedene Frequenzwerte kleiner oder größer von „1“ ausfallen.
Im Idealfall gleicht dieses Verhältnis „1“ für geplante Arbeitsfrequenzwert.
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Bei extrem guten Weichferrit- Eigenschaften Hysteresewiderstand nah am „0“,extrem schmalen Lamellen (Nanokrystaline) und beachtlichem elektrischem Widerstand spielen „Eisenverluste“ eine Rolle erst bei mehreren hundert Hz. auch bei großen T- Werten. Solche (teuere) Materialien gibt’s auch.
Anwendbarkeitsparameter von typischen (nicht besonders teueren) E- Materialien sind Wirtschaftlich auf Netzfrequenz 50Hz angepaßt. Bei durchschnittlich vorkommenden E- Blech Parametern (für uns schwer zu erreichen ) werden dabei nur Ferritmagnete mit komprimierten im Eisen Teslawerten bis 0,5 T .
Neo’s eher nur für Sondermodelle – dann aber wahrscheinlich auch bessere Weichferrite.
Dies neigt mich dazu, meine Meinung über angestrebten Tesla- Wert im Eisenring doch zu ändern – vom „nah an der Sättigungsgrenze“ auf „ höchstens 0,5 T“.

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Konstruktions- und Anwendung gemäß angepaßte Wirbelstromanstieg im Ringkerngeni könnte man auch als integrierte Wirbelstrombremse betrachten – oder?
Grüsse
Stefan