Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Bernd » Di 20. Dez 2011, 13:16

wenn dein generator bei 125V 1kwh leistet, dann speisst der windmaster ca.o,55kwh, ist das richtig?

Richtig mit der Ausnahme das mein Generator dann auch nur 0,55 abgibt/leistet/erbringt.
Genau wie eine 500 Watt Lampe an der 3200Watt Steckdose auch nur 500 Watt aufnimmt speist der Windmaster,
auch wenn der Generator mehr hergeben könnte, auch nur 550 Watt ein.

ich müsste wenn ich das richtig verstanden habe nur regeln das ich nicht mehr als 125V und 3,2kwh.

Halb richtig, die 125 Volt dürfen nicht überschritten werden.
Die 3200 Watt der Steckdosen (ohne h) haben damit überhaupt nichts zu tun.

irgenwie verwirrt mich das grade. was passiert mit der energie über 0,55kwh?

Es gibt keine Leistung oberhalb 550 Watt (schön wärs :) ). Mehr als 550 Watt kann der Windmaster nicht wandeln.
Dem Windrad/Generator werden auch nur diese 550 Watt (plus ein paar Verluste) entnomen.

Ich habe ein Problem damit das so viele damit ein Verständnisproblem haben. :)
Ich kann nicht nachvollziehen wieso es so schwer zu verstehen scheint das man an einer leistungsfähigen Energiequelle/Generator
ohne weiteres einen kleinen Verbraucher/Wechselrichter anschliessen kann. ;) Das lese ich in letzter Zeit immer häufiger.
Komischerweise wird aber genau das in jedem Haushalt als völlig normal akzeptiert.
Da gibt es Steckdosen mit 230 Volt die im Normalfall bis ca. 3200 Watt an Leistungsentnahme zulassen bevor die Sicherung kommt.
Niemand hätte bedenken eine normale 230 Volt 100 Watt Lampe daran zu betreiben, obwohl man doch auch dort
fragen könnte "und was ist mit den restlichen 3100 Watt ??". Es gibt keinen Rest. Dieses Denken ist vom Ansatz her schon falsch.
Die Last selbst, in unserem Fall die Lampe, ist nämlich für die Höhe der entstehenden Leistung verantwortlich.
Das gleiche gilt für den Wechselrichter. Er kann nur 550 Watt wandeln, mehr ist nicht möglich.
An einer Autobatterie brennt eine 12 Volt 55 Watt Lampe auch nicht durch, nur weil die Batterie viel mehr Leistung hergeben könnte.

Für die Lampe wie auch für den Wechselrichter gilt: wird die Spannung über das zulässige Maß erhöht, brennen beide durch.


Gruss

Bernd
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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Manfred » Di 20. Dez 2011, 22:02

Hallo Bernd,

das ist ausführlich und gut erklärt. Aus meiner Schiffsbauzeit habe ich nochen einen neuen Wechselrichter liegen:
Eingang 10-15V, Ausgang 210-230V, Spitzenleistung 600W und Dauerleistung 300W der muß doch kaputt zu kriegen sein. ;)

Grüsse
Manfred
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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Bernd » Fr 30. Dez 2011, 10:43

Ein kleiner Erfahrungsbericht.

Ich hatte sehr grosse Schwierigkeiten den Seitenschlag, den die Scheibe nach der Monatge aufwies, zu beseitigen.
Es war auch sehr zeitaufwändig das ganze immer wieder zu demontieren und neu auszurichten und hier ein bisschen
Papier drunter und da ein bisschen und hier nochmal biegen etc etc....
Hier ein Bild der Konstruktion, die ich später dann abänderte:

Bild


Trotz aller Bemühungen verblieb ein ca. 0,3 bis 0,5mm grosser Seitenschlag.
Irgendwann hatte ich die Nase voll und habe dann zwei neue Stahlronden ersteigert, ausgelaserte, keine gestanzten
damit sie möglichst plan wären.
Diese (vermeintlich) planen Stahlronden habe ich dann zusammen mit einen Spannsatz an der Multiplexscheibe angebracht.
Diesmal natürlich ohne Schweissen, nur durch Verschrauben.
Sehr zu meinem Erstaunen war der Seitenschlag grösser als zuvor. :shock: :?
Wie sich heraus stellte waren die Ronden doch nicht so plan wie erwartet. :(

Bild

Bild

Es folgte eine zermürbende Zeit mit neu justieren, wieder lösen und neu ausrichten, festschrauben, wieder lösen und
so weiter..... Erst als ich auch hier ein paar Stückchen Papier einsetze gelangt es mir den Seitenschlag auf ein
erträgliches Maß zu reduzieren. Das ganze dauert etliche Stunden. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie das nervt und
das obwohl ich gerne Dinge justiere !
Zumindest sieht die Befestigung nun deutlich professioneller aus als zuvor. ;)
Durch die enorme Klemmwirkung des Spannsatzes dürfte der Kraftschluss zwischen Welle und Scheibe nun auch sicherer sein.

Für mich ist die Erkenntnis aus dieser vielen Ausrichterei das es sehr schwer ist mit "haushaltsüblichen" Mitteln eine 30cm Scheibe
so zu befestigen das sie kaum einen Seitenschlag aufweist, unabhängig von dem Material aus dem sie gefertigt wurde.
Selbst die Drehteile des Spannsatzes nutzen da wenig wenn die Stahlronden(Scheiben) nicht auch 100% plan sind.
Der einfachste Weg wäre sicher die Ronde auf den Spannsatz zu schrauben und das ganze dann überdrehen zu lassen,
aber den Einsatz einer Drehbank wollte ich ja bewusst vermeiden.

Für noch viel grössere Rotor Durchmesser erscheint mir derzeit eine Konstruktion ähnlich einem Fahrrad-Rad, mit seinen Speichen,
eine Möglichkeit zu sein dem Seitenschlag durch die Möglichkeit einer nachträglichen Ausrichtung Herr zu werden.
Nur auf die Planheit der gekauften Bauteile zu hoffen war zumindest in diesem Fall zu wenig.
Hätte ich so etwas wie eine Speiche am Rotor gehabt an der ich hätte drehen können um die Scheibe ein klein wenig zu
verformen, ich wäre viele Stunden eher fertig gewesen.
Vielleicht ist das eine Idee für einen Generator mit sehr grossen Magnetrotor. Die Speichen würde die Scheibe auch zusätzlich
noch stabilisieren.

Grüsse

Bernd
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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Arowana » Fr 30. Dez 2011, 17:55

Kann ich aber nur bestätigen das Zerlegen bei einem Scheibengenerator zieht sich bei mir auch jedesmal "EWIG" hin wenn man auch nur Spiel ausgleichen will können da schnell einmal ein paar Stunden drauf gehen.

Bei meinem 280er Geni habe ich ein Spiel von 0,3mm das ist für mich noch in ordnung.
Bei meinem 440er Geni habe ich ein Spiel von 0,6mm das ist mir schon wieder zuviel aber um diesen geni auseinander und wieder zusammen zubauen hat man schnell mal jedesmal mindestens 30 mins rum weil er so rieseig ist und die Seiten sich so Stark anziehen.

Gruß

Michael
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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Manfred » Fr 30. Dez 2011, 22:39

Hallo Bernd,

die Sache mit den Fahrradspeichen habe ich nie hinbekommen, entweder ich hatte einen Seitenschlag oder einen Höhenschlag und andere Speichen wurden lose.
Dein Weg mit den Papierbeilagen und einer Messuhr halte ich für den besseren Weg. Bei supergenauen Anforderungen kommt dann noch das Zigarettenpapier ins Spiel.

Einen guten Rutsch und ungebrochenen Tatendrang für 2012
wünsch Euch allen Manfred
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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Bernd » Fr 30. Dez 2011, 23:53

Nachdem die Magnetscheibe nun so halbwegs sauber läuft, bastle ich mir eine Vorrichtung um die Wicklung zu bauen.
Ich werde einen Holzring aussägen auf dem wie im Bild zu sehen kleine, leicht spitz zu laufende, Holstücke aufgeschraubt werden.
Der Ring ist auch auf dem Bild zu sehen. Ich säge ihn aus dem MDF Material aus.
Zwischen diese Holzstücke wird die erste Phase eingelegt und dann mit wenig Harz oder Sekundenkleber stabilisiert.
Ist das geschehen werde ich die Holzstücke entfernen und die zweite Phase zwischen die Stränge der ersten
Phase einlegen. Das Holz wird natürlich zuvor imprägniert damit es sich vom Harz trennen lässt.
Holz und verbleibender Zwischenraum sollten möglichst genau gleich gross werden.

Im Foto sieht man erste Versuche die Holzstücke mit möglichst wenig Aufwand zu erstellen.
Gewonnen hat die Variante aus einem Massivholzstab aus dem Baumarkt 10mm breit und ca. 4,6mm dick.
Im Schraubstock wird dem Ding noch eine Abschrägung verpasst, das geht recht schnell mit Raspel oder Feile.

Bild


Grüsse

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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Bernd » Sa 31. Dez 2011, 20:06

Es hat sich was getan. :)
Aus der MDF Platte habe ich den angezeichneten Ring ausgesägt und auf die runde Sitzfläche eines IKEA Hockers geschraubt.
Ich habe dann aus Mini-Kieferleisten 5 x 10 mm 48 Stück 6cm lange Stücke geschnitten.
Diese Stücke wurden dann noch mit einer Schräge versehen und mit zwei Bohrungen versehen, viel Kleinarbeit.

Die 48 kleinen Kieferleistenstücke werden mit jeweils 2 Schrauben auf diesem Holzring angebracht.
Das ganze hat optisch etwas von Holzwäscheklammern und vielleicht hätten die sogar gepasst. :)
Die Leisten sind leider 5mm hoch, ich hätte sie gerne 1mm dünner gehabt, aber das ist ok für mich.
So sieht meine Vorrichtung zur Herstellung der Statorspulen aus :

Bild


Auf dem nächsten Foto habe ich ein paar einfache Wickelversuche mit einem Drahtrest gestartet, das ist noch nichts endgültiges.
Aber zumindest habt ihr schon mal einen Eindruck wie sich der Spulenstrang auf dem Holzring entlang schlängeln wird, natürlich
einmal ringsherum und nicht wie im Bild von hinten wieder zurück nach vorn.
Dort wo jetzt die Holzstückchen sind wird später der Spulenstrang der 2ten Phase liegen, waagerecht ohne gekrümte Spulenköpfe.
Die Holzstückchen halten dem zweiten Phasenstrang den Platz frei. :)
Beide Volumina, da wo jetzt Holz ist und da wo keins ist, sind gleich groß.
Ich werde versuchen den zur Verfügung stehenden Wickleraum möglichst gut mit Kupferdraht voll zu füllen.

Bild


Das was auf den Bildern oben ist, ist die Seite die später zum den Magneten zeigt.
Die Oberfläche werden ich daher so plan wie möglich gestalten.
Jetzt werde ich mal die restlichen 42 Holzleisten montieren. :)

Bild



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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Ekofun » Sa 31. Dez 2011, 22:00

Hallo Bernd,

Sehr gute Idee,finde besser als mit Stiften.Eine Sache noch,bei erste Schlange die reinkommt ist Drahtlänhge X,Zweite Schlange sollte logische Weise um ein Wert x länger sein weil die über erste Schlange geht,und dritte Schlange sollte längste vom allen sein.Das ist nur so eine Gedanke vileicht wird das nicht so,aber wenn, dann haben Sie drei vrschiedene Innenwiederstände.Drahtlänge in allen drei Schlangen soll(te) gleich sein.Es ist nur eine Gedanke könnte aber passieren so was.

Grüße

Ekofun
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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Bernd » Sa 31. Dez 2011, 23:00

Das mit den unterschiedlichen Längen bzw. wieso die beiden Spulenstränge unterschiedlich lang werden sollten habe
ich nicht verstanden. Ich werde den kompletten Strang ja ausserhalb des Generators anfertigen und danach erst
schlangenförmig einlegen/reinfalten. Beide gleich lang zu machen ist also gar kein Problem.
Es sind übrigens nur zwei Spulenstränge, zwei Phasen, nicht drei.

ich habe nun alle 48 Stäbchen aufgeschraubt. Das ist ne ganz schöne Fummelei. :)

Bild

Grüsse

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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Ekofun » Sa 31. Dez 2011, 23:10

Hallo Bernd,

siht supper aus,ja,das ist Fumelei.Mit verschiedenen Längen ist mir einmal passirt bei Lima.wollte so machen,erste ist einiger Massen gut rein gekommen zweite schwieriger und dritte mit mühe.
Dann habe nie mehr solche "schlangen" gemacht sonder einzelen Spulen,aber warscheinlich war ich noch damals unerfahren mit solchen Dingen,heut ist das ganz anderes.

Noch 55 minuten dann ist so weit! Alles gute Bernd!

Grüße

Ekofun
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