Drehstromgenerator

Re: Drehstromgenerator

Beitragvon andreas » Do 23. Jun 2011, 22:22

Hallo Bernd,

die drei Spreizen in der Mastmitte halten die Spannseile mittig weit vom Mast weg. Da sie auch seitliche Kräfte aufnehmen müssen, sind die äußeren Spreiz-Enden untereinander mit Draht verspannt. So umspannt ein Gerüst aus gespannten Seilen die nur noch auf Druck belasteten Rohre und Spreizen. Ich kann diesen 10-m-Mast an einem Ende anheben, ohne dass er sich deutlich durchbiegt. Durch die Seile wird jede Kraft in einen Druck auf die Mastlänge umgeleitet. Daher muß der Mast nur noch druckstabil sein.

Diese Konstruktion ist sehr leicht und dennoch recht steif. Ich kann sie ohne Windrad mit einer Hand herauf und herunter klappen. Mit Windrad werde ich sie an einem der drei Abspannseile über einem Hilfsmast mit Umlenkrolle ganz allein nach oben ziehen. Für den bisherigen 8-m-Mast ohne Verspannung waren zwei Leute nötig, weil sonst die Mastbiegung beim Aufrichten oder Ablassen ganz erheblich war.

MfG. Andreas
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon andreas » Fr 24. Jun 2011, 20:01

Hallo Allerseits,

noch ein paar Bilder vom Generator.

Stator3verdrahtet.jpg
Stator3verdrahtet.jpg (41.78 KiB) 10087-mal betrachtet

Der Stator nach Fertigstellung. Er ist im Stern verdrahtet und erst zum Teil mit Polyesterharz verfüllt.

WellenVerlängerung.jpg
WellenVerlängerung.jpg (12.48 KiB) 10087-mal betrachtet

Die Rotorwelle war schon vorher recht knapp, durch den dickeren Stator nun aber deutlich zu kurz. Daher habe ich eine Wellenverlängerung gebaut. Sie besteht ebenfalls aus Hartpapier und wurde auf der Ständerbohrmaschine "gedreht".

GeneratorMontiert.jpg
GeneratorMontiert.jpg (10.02 KiB) 10087-mal betrachtet

Der Stator ist verfüllt, der Rotor komplett, der Generator einsatzbereit.

GeneratorWelleEingebaut.jpg
GeneratorWelleEingebaut.jpg (10.23 KiB) 10087-mal betrachtet

Der Generator im Gehäuse eingebaut. Das Wellenloch mußte vergrößert werden, weil nun die Druckscheibe für den Rotor mitten im Wellenloch liegt. Man erkennt den geringen Abstand zwischen Statorscheibe und Gehäuseblech. Das Regendach über dem Wellenloch musste abgelötet und durch ein größeres ersetzt werden.

MfG. Andreas
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon Bernd » Sa 25. Jun 2011, 17:09

Einen sehr schönen Generator hast du dir da gebaut, sieht alles sehr gut aus.
Vielleicht kannst du nochmal die Daten nennen auf die du jetzt gekommen bist.
Ich meine es waren 0,8 Ohm pro Phase ?
Wieviel Volt hast du bei 100 U/min ?
Welchen Durchmesser hat der Generator und wie gross waren nochmal die Magnete ?

Auf jeden Fall ein tolles Projekt und ein toller Generator.

Grüsse

Bernd
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon andreas » Sa 25. Jun 2011, 19:44

Hallo Bernd,

der Generator bringt mit 1 kOhm Last knapp 3 V bei 100 U/min. Den Widerstand hast Du schon richtig benannt. Die Rotorscheiben haben 130 mm Durchmesser, genau wie eine 5,25"-Festplattenscheibe, sind aber 5 mm dick. Die Magnete sind 15x15x8 mm groß.

Den Mast habe ich heute aufgestellt. Noch ohne Windrad, nur zum Anpassen der Abspannungen. Morgen mache ich mal ein Bild des gesamten Teils von unten. Dann lassen sich die bisherigen Details besser zuordnen.

MfG Andreas.
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon andreas » So 26. Jun 2011, 14:50

Hallo Allerseits,

der Mast steht, die Abspannungen passen nun auch. Ansicht von unten:

MastAufgestellt2.jpg
MastAufgestellt2.jpg (19.37 KiB) 10038-mal betrachtet

Unten ist noch die Spitze vom Hilfsmast zu sehen. Den brauche ich noch einmal zum Ablassen und Heraufziehen mit Windrad, dann kann der wieder abgebaut werden.

MfG. Andreas
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon andreas » So 26. Jun 2011, 21:45

Hallo Allerseits,

heute noch den Mast abgelassen, das Windrad aufgesetzt, das Kabel an den Mast gebunden und wieder hoch gezogen. Ich muß gestehen, daß ich doch die elektrische Seilwinde dazu benutzt habe - es ist einfach bequemer und sicherer, weil die das Seil blockiert, wenn sie stromlos ist. Zwei Meter mehr Radius des Mastes plus Verspannung greifen sich ganz schön Raum, es gab mehrfach Hängenbleiber an Obstbaumästen. Da ist ein großzügiger Freischnitt erforderlich...

Natürlich gab es wie immer Windstille, sobald man ein Windrad aufstellt - das muß eine Gesetzmäßigkeit sein. Es passte hier aber sehr gut, denn meine Frau hatte als Gegengewicht alle Mühe, beim Aufstellen den Mast in der Spur zu halten. Zukünftig werde ich zwei Hilfsabspannungen setzen, die auf Höhe des Mastdrehpunktes quer zur Ablassrichtung angeordnet sind. Allein damit bleibt der Mast auf Kurs und pendelt nicht seitlich weg. Von den vielen Versuchen, beim Ablassen mit dem Seil die kleine Metallrolle des Hilfsmastes zu treffen, schweige ich besser. Da ist eine passende, V-förmige Fangeinrichtung aus dickem Draht notwendig.

Was zum Aufstellen auch ratsam ist: Generator vorher kurzschließen. Die drei Anschlußleitungen vor dem Gleichrichter zusammen in eine Dosenklemme, das wirkt wie eine Handbremse.

MfG. Andreas
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon Bernd » Mo 27. Jun 2011, 10:05

Irgendwie kommt mir deine Mast-Versteifungstechnik optisch bekannt vor.
Kann es sein das ich das mal aus Schiffen sah ?
Der Mast ist ja ganz oben auch nochmal abgespannt. Da dürfte echt nichts mehr schief gehen.

Grüsse

Bernd
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon andreas » Mo 27. Jun 2011, 20:24

Hallo Bernd,

das hast Du sicher mal an Segelschiffen so gesehen. Dort wird eine ähnliche Technik zum Verspannen der Masten eingesetzt.

MfG. Andreas
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon andreas » Do 30. Jun 2011, 22:48

Hallo Allerseits,

am Mittwoch bei Hitze alles noch mal runter und rauf gekurbelt und gerichtet. Die Windfahne etwas verkürzt, also lediglich in den Seilklemmen einige cm in Richtung Rotor verschoben, damit die Sturmsicherung ein wenig früher kommt. Am kühlen Donnerstag durfte ich die Ergebnisse beobachten, sie waren prima. Trotz noch völlig ungeeigneter elektronischer Einstellungen des Wandlers (war auf Solarbetrieb optimiert) gab es ordentlich Ladung und Leistung. Da waren auch mal 50 Watt zu sehen und beim Abendbrot konnte ich die einsetzende Sturmsicherung optisch verfolgen. Bei vielleicht um 1000 U/min geht das los und dreht erwartungsgemäß das Windrad längs zum Wind bei angehobener Windfahne. Der Generator bringt bei 300 U/min genau 9 V, ein wenig später geht der Wandler los und lädt die Akkus. Aber dann gehts auch richtig los, keine Milliwatt, sondern ein- und zweistellige Werte.

MfG. Andreas
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon Ekofun » Fr 1. Jul 2011, 14:37

Hallo Andreas,

gefält mir sehr Ihr neues Geni,gute Arbeit.gratuliere!

Könnten Sie demnechst Zahlen vom Ladestrom,Volt und Drehzahlen angeben,um so besser rechnen zu können.

Grüße

Ekofun
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