Drehstromgenerator

Re: Drehstromgenerator

Beitragvon andreas » Di 12. Apr 2011, 21:46

Hallo Bernd,

es sieht vielleicht schlimmer aus, als es ist. Wer das Wickeln von Ringkernen gewohnt ist, hat mit so einer Wicklung kaum Probleme. Natürlich ist anfänglich die gesamte Drahtlänge einer Wicklung (hier 2,5 m) einzufädeln und das ist auf den ersten Windungen lästig, es verhakt sich immer irgendwo oder man steht auf dem Ende drauf... Um so leichter wird es später, das lose Ende immer kürzer.

Alternativ kann man diese Länge abschneiden, zur Hälfte einziehen und dann die beiden deutlich kürzeren Enden wechselseitig fädeln. Leider verzählt man sich damit noch besser als mit dem einen langen Ende, hat aber den Vorteil, daß beide Spulenenden außen liegen - speziell für flache Scheibenspulen eine interessante Möglichkeit.

Eine Komplettspule am Stück zu wickeln war mir hier nicht möglich. Die geringen Wandstärken des Trägermaterials auf Lochhöhe erlauben keine Schlitze mehr zum Einlegen eines Drahtes oder gar einer kompletten Wicklung. Das Einfädeln von zwei Dutzend Meter Draht durch alle Löcher erscheint mir praktisch als undurchführbar.

MfG. Andreas
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon andreas » Do 14. Apr 2011, 22:52

Hallo Jürgen,

nach heutigen Messungen zur Windungszahlkontrolle hat die einzelne Wicklung knapp 0,1 Ohm, damit kommt eine Phase mit acht Wicklungen auf knapp 0,8 Ohm.

MfG. Andreas
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon Bernd » Sa 16. Apr 2011, 18:44

Das ist ein guter Wert für einen kleinen Drehstromgenerator.
Bei welcher Drehzahl erwartest du den Nutzbeginn ?

Grüsse

Bernd
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon andreas » Sa 16. Apr 2011, 20:56

Hallo Bernd,

ich erwarte ab etwa 200 U/min den ersten nutzbaren Ladestrom. Die bisherige Praxis hat gezeigt, dass die Windleistung darunter doch recht gering ist.

Inzwischen habe ich den "Drahtigel" zu drei Phasen zusammen geschaltet und wollte erste Messungen machen. Leider hat sich ein Kurzschluss zwischen zwei Phasen ergeben, den ich noch beheben muss. Mit einer Thomson-Brücke habe ich den Fehlerort eingekreist und muss nun dort mal die Wicklungen voneinander trennen. Notfalls ziehe ich eine Wicklung heraus und erstelle sie aus neuem Draht.

MfG. Andreas
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon andreas » Sa 16. Apr 2011, 22:12

Hallo Bernd,

trotz Freischalten der Wicklungen ist der Kurze nicht zu beheben und mitten in der Wicklung drin - ca. 60 mOhm zwischen den beiden Phasenwicklungen. Da ich heute nachmittag das ganze Teil in Polyesterharz getränkt habe (vorher war kein Fehler zu messen), ist eine Zerlegung nicht mehr möglich. Ich kann das nur unter Erfahrung verbuchen und es beim nächsten Teil besser machen.

Gewonnene Erkenntnisse:

1. Der Wickelkörper ist etwas zu klein. Er sollte den Magnetkreis innen wie außen um mindestens einige mm überragen. Wickeldrähte suchen sich mitunter den kürzesten Weg und können auch mal die vorgesehene Kontur verlassen, kollidieren dann vielleicht mit den Magneten.
2. Die erste Wicklungshälfte braucht nicht diese große Auslenkung durch einen vollformatigen Platzhalter, ein halber reicht aus. Wenn man diese erste Hälfte ein- und nicht wechselseitig um die Platzhalter wickelt, wird die resultierende Wicklungshöhe ausserhalb des Wickelkörpers geringer und bewegt sich nur im Bereich zweier Wicklungsdicken.
3. Abstandshalter sind sinnvoll. Es sollten halbe Platzhalter in den Löchern verwendet werden, wenn man dort den Schenkel der ersten Wicklung einbringt, damit genug Platz für den Schenkel der zweiten Wicklung übrig ist. Man muß dann zwar schon beim ersten Schenkel etwas mit dem Zahnstocher stopfen, behält aber immer genug Platz für den zweiten Schenkel im selben Loch.
4. Eine zusätzliche Isolierung ist sinnvoll. Zwischen zwei Schenkel im selben Loch gehört ein Isolierstreifen. Ist die erste Hälfte der Wicklungen drauf, sollten die frei liegenden Wicklungsköpfe mit Isolierband umwunden werden oder vorher anderweitig isoliert (Ölpapier etc.) werden.
5. Penibles Zählen und Dokumentieren der Windungen ist unumgänglich. Eine eindeutige Beschriftung jedes Spulenanschlusses ist von Vorteil. Wer kann, sollte mehrfarbig lackierten Draht verwenden. Hier kommt der leider von einer großen Rolle und sieht immer gleich aus.

MfG. Andreas
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon Bernd » So 17. Apr 2011, 07:39

Ach du schei... das ist natürlich der SuperGau.
Das sich der Kurze erst nach dem Tränken in Harz zeigte ist wirklich sehr bitter.
Immerhin konntest du uns aber deine Erfahrungen die du gemacht hast mitteilen was sicher
für den einen oder anderen in ähnlicher Situtation sehr wertvoll sein kann.
Genauso stelle ich mir den Sinn eines Forums vor, andere an den eigenen Erfahrungen partizipieren lassen
und dadurch anderen helfen.

Gib doch mal so richtig Dampf auf die Spule, vielleicht mit einem 12V Bleiakku.
Nur ganz kurzfristig meine ich, so antippen. Mit etwas Glück brennst du die winzige Kontaktstelle frei
und mit noch mehr Glück fliesst durch die Hitze Harz dahin und isoliert.
Sicher die Chance ist verschwindend gering, aber es gibt ja nichts mehr zu verlieren.

Grüsse

Bernd
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon Ekofun » So 17. Apr 2011, 18:47

Hallo Andreas,

ich weiss es nicht genau aber vileicht ist eine Chemische Reakcion zwischen Poliester und Drahtlack gekommen.

Meine Empfählung wäre:Jede Spulenseite sollte isoliert sein mit Motorisolation(eine Art Plastikpape in verschiedenen Dicken)gibt es in jede Motorwiclerei.Wenn Spule vertig ist Widerstand messen und achten das alle weitere Spulen gleiche Ohmzahl haben.Sollte eine Spule weniger haben so ist dann entweder weniger Windungen oder Schluss zwischen Drähten.
Wen alle Spulen drin sind und verbunden dann mit Motorlack Spulen eingeießen,dann kann man mit Fen ganze troken bei ca 70 Grad(Motoren werden dann gebacken in Ofen bei 120 Grad).

Erst jetzt kann man noch mit Poliesterharz alles gießen,vorcher nochmal Kontrolle machen.

Ich will mich nicht wichtig machen oder sonst was,aber mir tut das ganze sehr Leid nach so viel Arbet und Mühe.

Oben geschriebenes habe in Motorwicklerei gesehen und gelernt.

Viele Grüße

Ekofun
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon andreas » So 17. Apr 2011, 20:23

Hallo,

Danke fürs Beileid und die Tipps. Welche Menge benötigt man von diesem Motorlack? Ist das Zeug eher dick- oder dünnflüssig?
Ich habe etwa 30 g Polyesterharz in die gesamte Wicklung eingebracht.

Ein neuer Stator ist in Arbeit, nun etwas genauer geplant. Bei Bedarf gibt es Bilder davon.

MfG. Andreas
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon Ekofun » So 17. Apr 2011, 21:31

Hallo Andreas,

diese Lack ist mittelzeflüßig,wom ein Pinsel trpft er.Er soll nicht verdünt werden.Scheze ein bis zwei Deciliter genügt um Ihre Spulen durchtränken,max 3 Deciliter(300 gr.),Rest kann gut verschlossen für spötere Gebrauch bleiben.Damals habe ich 1 Liter für 25 Mark bekomen(1996/7 Jahr).
Wenn Lack getroknet ist(gebaken) wird er hart beina wie Harz.Hauptsache ist das Spulen durch und durch getränkt werden,dann sind sie geschüzt vom Feuchtigkeit,Scheuern und so weiter.

Viele Grüße

Ekofun
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Re: Drehstromgenerator

Beitragvon andreas » So 17. Apr 2011, 21:47

Hallo,

diese Menge Lack wäre etwas zu viel für die kleine Statorscheibe, denn so viele Hohlräume gibt es dort nicht. Sie wiegt nun incl. Polyesterharz 302 g. Mehr als 50 g Lack gehen dort auf keinen Fall rein.

MfG. Andreas
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