Scheibengenerator / eisenlos

Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Manfred » Mi 2. Mär 2011, 23:38

Hallo Sav,

bevor ich dieses Forum beigetreten bin hatte ich keinen blasen Schimmer von der Generatortechik, durch den Forumsbeistand komme ich gut voran. Mit den Rechenkünsten ist das bei mir nicht so dolle. Durch das Experimentieren verstehe ich so langsam die Zusammenhänge. Wenn Du nun aus meinen Experimenten einen Gewinn hast, das freut mich. Ich habe da so einen Spruch meine Erfahrung ist die Summe meiner Fehler und ich habe viele Fehler gemacht.
Der Gedanke mit dem kleinen Spulenloch ist nun endgültig vom Tisch. Danke Bernd, auch Deine Ausarbeitung in Sachen hochfeste Verklebungen hat bei mir ein ungelöstes Problem aufgelösst.
Die Messreihe mit den gleichen Spulen mit mit dem eiseitigen Eisenring ( Magnetkurzschluss ) werde ich durchführen. Wie dick sollte das Blech sein, oder hat die Blechstärke nur eine statische Funktion zur Stabilisierung der Konstruktion ?

Grüsse
Manfred
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Bernd » Mi 2. Mär 2011, 23:45

Das Rückschlussblech das auf der anderen Seite der Scheibe auf der Rückseite der Magneten klebt und diese
verbindet sollte in etwa idealerweise 2/3 der Dicke der Magnete betragen.
Auch 1/2 Dicke sollte noch einen Grossteil des angestrebten Effektes bescheren. Darunter lässt der Effekt dann
nach weil das Eisen "übersättigt" wird, das heisst es kann die vielen Feldlinien nicht mehr transportieren
sondern nur einen Teil davon.
Ich würde sagen pack einfach drauf was du zur Verfügung hast, auch wenn es dünner ist.

Beim typischen Scheibengenerator bei dem sich die beiden Magnetscheiben unheimlich anziehen erfüllen die
Scheiben tatsächlich auch einen statischen Effekt. Die Dicke ist aber auch für die Funktion nötig.

Wickel doch einfach auch mal eine Spule mit kleinerem Loch, wenn dein Draht reicht. Wer weiss ob das was
die Theorie sagt auch stimmt. :)

Grüsse

Bernd
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Manfred » Do 3. Mär 2011, 12:56

Hallo,

Bernd hat geschrieben: was du zur Verfügung hast, auch wenn es dünner ist.
dicker ist es geworden. Ich hatte noch eine Graugussscheibe ein ehemaliges Hantelgewicht. Diese habe ich beidseitig geplant und 4 X M6 Gewindebohrungen eingebracht. Damit kann ich die Eisenscheibe, ohne das die Teile zusammenknallen, auf dem Rotor absetzen. Umgekehrt lassen sich die Eisenscheibe und der Rotor wieder ohne grossen Kraftaufwand trennen. Schön wäre es wenn die Scheibe etwas grösser wäre, dann hätte ich einen Rezess anbringen können und die Scheibe und der Rotor hätten sich zwangsläufig zentriert.
Die Mechanik zum Testen der Spulen ist damit fertig, heute nachmittag geht es los. Vorschläge zu den Spulenabmessungen sind willkommen. Der max. Spulenaussendurchmesser ist 30mm.

DSC00481.JPG
DSC00481.JPG (100.42 KiB) 7376-mal betrachtet
DSC00480.JPG
DSC00480.JPG (87.91 KiB) 7376-mal betrachtet

Noch ein paar krause Gedanken. Wenn man diese Scheibe erheblich vergrössert, hätte man einen zusätzlichen Schwungrad-Energiespeicher, der die Drehzahlschwankungen etwas ausgleicht. :?:
Die Fertigung der Einzelteile ist einfach. Vielleicht wird es noch ein Forumsgenerator den jeder leicht nachbauen kann.

Grüsse
Manfred
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon bernhard8 » Do 3. Mär 2011, 13:04

Manfred hat geschrieben:Hallo,
Noch ein paar krause Gedanken. Wenn man diese Scheibe erheblich vergrössert, hätte man einen zusätzlichen Schwungrad-Energiespeicher, der die Drehzahlschwankungen etwas ausgleicht. :?:
Die Fertigung der Einzelteile ist einfach. Vielleicht wird es noch ein Forumsgenerator den jeder leicht nachbauen kann.

Grüsse
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Hallo Manfred, ich muss dir gratulieren! Dein Tatendrang und Können ist beängstigend :-) Man kommt sich richtig faul vor wenn man den Thread liest.

Zu deinem Gedankengang: ich denke beim Windrad willst du das nicht weil das gleichbedeutend damit ist dass du das Windrad schwerer auf Touren kriegst. (ist offenbar bei vertikalen ja ein Hauptproblem)
http://www.bernhard-raab.info/windrad
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Bernd » Do 3. Mär 2011, 13:31

Berndhard hat Recht, viel Gewicht bedeutet langsames Beschleunigen.
Es gibt allerdings auch Verfechter der Meinung das ein hohes Gewicht zu einem besseren Lauf führen würde.
Sie führen an das damit kurze Flauten des Windes überbrückt werden könnten, ohne das das Windrad
wieder von Null starten muss.

Das mit den Gewindebolzen zum Absetzen und Abheben war eine sehr gute Idee.
Ich hoffe du bekommst die Hantelscheibe wieder gut getrennt denn an die hohe Anziehungskraft beim Trennen hatte ich
bei meiner Bitte das mit der Eisenscheibe zu testen gar nicht mehr gedacht, sorry.

Das mit dem Forumsgenerator ist keineswegs abwägig und geistert mir auch schon in den letzten Tagen im
Kopf herum. Die simple Konstruktion ohne hohe Anziehungskräfte (bei einscheibigen Aufbau) und die Möglichkeit
"normale" Materialien für den Bau verwenden zu können ist sehr reizvoll.

Nun warten wir alle sehr gespannt wie sich die neuen Spannungswerte verhalten.

Grüsse

Bernd
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Manfred » Do 3. Mär 2011, 17:04

Hallo,

mein Mittagsschläfchen war herlich.
Und hier nun die versprochenen Daten mit mit einseitigem Eisen.
Magnetrückschluss.png
Magnetrückschluss.png (8.55 KiB) 7360-mal betrachtet

Fehler bei 0,5mm Luftspalt ( mit Eisen ) und525 U/min statt 1,3 ist es 1,5V
Das hat ja richtig was gebracht.
Und wenn ich nun den Magnetkurzschluss über den Aussendurchmesser herstelle, dann könnte ich wieder eine zweite Spule pro Magnet einsetzen. Das wäre dann ein deutlicher Leistungsanstieg. :?:
Aber erst mal eine Spule mit einem kleinen Loch testen.

Grüsse
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Manfred » Do 3. Mär 2011, 17:44

Hallo,

bei diesem Video sind mir wieder ein paar Gedanken zum Generatorbau gekommen. Mit diesem Verfahren lassen sich alle möglichen Materialien bearbeiten und das mit hoher Präzision.
http://www.youtube.com/watch?v=DGdsYt8tCnE
Mein letzter Spulen Test: AD 30mm, ID 20mm, H 6mm, Länge 8m, Draht d= 0,5mm 2,1V und 10,0V pro Spule

Grüsse
Manfred
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Bernd » Fr 4. Mär 2011, 09:04

Hallo Manfred, das sind ja tolle Ergebnisse die du nach deinem MIttagsschläfchen erhalten hast. :)

Sie zeigen im Schnitt eine Verbesserung von etwa 25%, nur durch Aufbringen eines eisernen Rückschlusses (nicht Kurzschluss).
Durch die Eisenscheibe fliessen die Feldlinien nun aus der Rückseite des Magneten zu den Nachbarmagneten und von
dort durch den Nachbarmagneten und durch die darüber angeordnete Spule und dann im Bogen durch die Luft zurück
zum ursprünglichen Magneten.
Der magnetische Fluss ist geschlossen. Dadurch das der Fluss auf der Rückseite der Magneten nicht mehr durch die
Luft zum Nachbarmagneten muss sondern nun durch Eisen fliessen kann, welches eine magnetisch viel bessere
Leitfähigkeit besitzt, steigt die Höhe des magnetischen Flusses an. Anscheinend um die 30% die deine Ergebnisse nun
besser geworden sind.

Es geht NICHT darum Nord- und Südpol ein und desselben Magneten miteinander zu verbinden, so wie du es mit
dem seitlichen Eisen vor hast Manfred. Das würde den Fluss kurzschliessen. Dann wäre der Begriff magnetischer
Kurzschluss wirklich gerechtfertigt. Durch die Spulen würde dann weniger Fluss fliessen.

Deine Ergebnisse zeigen das der Eisenring "nur" 25% Verbesserung der Spannung brachte. Ich will damit sagen das
ja eine Bestückung der Rückseite mit weiteren Spulen, anstatt der Eisenplatte, die doppelte Spannung zur Folge
gehabt hätte.

Deine Versuche Manfred haben uns gezeigt das eine beidseitig mit Spulen bestückte Magnetscheibe ein weitaus besseres
Ergebnis erzielt als der bekannte eisenlose Scheibengenerator in Einscheibenausführung. Das hätte ich nicht gedacht !
Zu allem Überfluss ist dieser "neue" Generator auch noch einfacher zu bauen, zumindest benötigt man keine schweren
grossen Eisenscheiben mehr. Meine Gratulation.

Anhand deiner Messerte werde ich heute abend oder morgen mal ein bisschen rechnen.

Grüsse

Bernd
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Manfred » Fr 4. Mär 2011, 10:57

Hallo Bernd,

begehrlich wie ich nun mal bin, wollte ich die 30% auch noch mitnehmen. Meinen Gedanken habe ich noch einmal in einer Skizze gefasst. Der Gewindestift sollte der Kontakt zum Magneten werden und gleichzeitig die Klemmung des Magneten bewirken. Schade :cry:
DSC00483.JPG
DSC00483.JPG (103.03 KiB) 7319-mal betrachtet


Die 8m lange Spule bekomme ich so gerade noch untergebracht, das könnte eventuell ja die Generatorspule werden.

Da die Werte von Deinem eisenlose Generator mit der C-Spule bekannt sind, wäre es sehr interessant die Magnete mal in einem Loch eizusetzen und erneut zu testen.
Die Heissverklebung der C-Spule kann man ja mit einem heißen Messer zerstörungsfrei lösen. Das zerstörungsfreie Herausbrechen eines Magneten ist mir auch schon gelungen. ;)

Grüsse
Manfred

p.s. das Trennen der Eisenscheibe vom Rotor war wirklich einfach zu bewerkstelligen. Die Abdrückschrauben haben gute Dienste geleistet. Und das bei 14Kg Haltekraft pro Magnet.
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Bernd » Fr 4. Mär 2011, 16:58

10 Volt von nur einer Spule, natürlich bei sehr hoher Drehzahl aber trotzdem, sind subjektiv empfunden ne Menge.
Immerhin könnte man zusammen 24 solcher Spulen auf den beiden Seiten des Rotors unterbringen. (je 12)
Das würde dann stolze 240 Volt bei 2100 U/min bedeuten.

Natürlich müssen wir auch immer den Innenwiderstand im Auge behalten, denn er ist maßgeblich für den
Wirkungsgrad und die Verluste.
Wir hätten also 24 Spulen mit je 8m Kupferdraht.
Macht zusammen 192m Kupferdraht mit 0,5mm Durchmesser.
1mm² Kupferdraht hat pro Meter Länge 0,0178 Ohm, unser Draht hat 0,5mm Durchmesser.
Sein Querschnitt = r² * Pi = 0,25² * 3,141 = 0,196 mm²

Der Gesamtwiderstand unseres 1 Phasen Generators mit 24 Spulen wäre dann:
0,0178 durch 0,196 mal 192 = Gesamtwiderstand = 17,4 Ohm

Rechnen wir uns mal die maximale Abgabeleistung aus :

Max. Abgabeleistung = Kurzschlussleistung / 4
Kurzschlussleistung = Spannung² / Widerstand = 240 Volt² durch 17.4 = 3310 Watt
3310 Watt / 4 = maximale Abgabeleistung = 828 Watt !

Dieser Wert geht davon aus das ein Strom von 6,9 A fliesst. Bei einem Draht der nur einen Querschnitt von
ca. 0,2mm² hat ist dies sicher zuviel. Bis zum Durchbrennen könnten wir aber tatsächlich über 800 Watt
aus dem Ding holen. :)

Grüsse

Bernd
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