Dreiflügler mit zwei Nabendynamos

Re: Dreiflügler mit zwei Nabendynamos

Beitragvon Bernd » Mo 14. Sep 2009, 09:16

Hallo Stav, schönes Video von Dir ! Mich erstaunt es immer wieder wie einfach der Rotor gleich zwei
der ja nicht sonderlich leichtgängigen Nabendynamos drehen kann. Ich muss zugeben das ich da anfangs
etwas skeptisch war.

Für die Zuschauer:
Das der Rotor sich bei höheren Drehzahlen schräg zu verformen scheint liegt an der Art und Weise wie
Digitalkameras das Bild abstasten. Das führt dazu das waagerecht durchs Bild laufende Elemente schräg
dargestellt werden. Es liegt also nicht an Stavs schöner Konstruktion, die behält dabei ihre Form bei.

Grüsse

Bernd
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Re: Dreiflügler mit zwei Nabendynamos

Beitragvon jb79 » Mo 14. Sep 2009, 21:26

Jetzt gehts auch bei mir mit dem Video.
Gefällt mir auch recht gut und scheint auch schon bei geringer Windstärke schön loszulaufen. Welche Spannungen und Ströme erreichst du damit, oder hast du noch keine Messungen gemacht?
lg Jürgen
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Re: Dreiflügler mit zwei Nabendynamos

Beitragvon windstav » Mi 16. Sep 2009, 15:02

Hallo,

ich danke euch für die guten Worte.

Jürgen: neuere Messungen habe ich nicht gemacht, es gelten die Messungen auf der ersten Seite, da Nabendynamos ja eine begrenzte Leistung bringen.

Gruß
Stav
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Re: Dreiflügler mit zwei Nabendynamos

Beitragvon windstav » Mo 21. Sep 2009, 14:53

Hallo,

nachdem ich die Anlage höher gestellt habe, musste ich feststellen , dass sie trotzdem nicht genug Ladestrom bekam.
Bei Ladebeginn wurde der Rotor zu stark gebremst.
Ich habe die zwei Dynamos schließlich parallel geschaltet. Jetzt ist es besser.

Gruß
Stav
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Re: Dreiflügler mit zwei Nabendynamos

Beitragvon Carl von Canstein » Di 22. Sep 2009, 05:37

Hallo Stav!
Wenn Du die Anlage höher gestellt hast war es bestimmt schon etwas aufwendig für Dich, weil ja die ganze Halterung auch mitmusste!
Warum der Rotor abbremst, wenn Du die Dynamos linear verschaltest? Vielleicht, weil dann die Spulen elektrisch wie eine einzige Spule mit doppelt so viel Windungen wirken. Das müßte Dir einer unserer Experten beantworten.
Ich hoffe, Du bist mit dem Ergebniss der parallel geschalteten Dynamos nun zufrieden. Wenn nicht, schau doch mal, ob Du mit der Verdopplerschaltung genug Spannung zum Akkuladen bekommst!
Ich möchte ja auch gerne ein etwas kleineres Windrad als Deines basteln, mit nur einem Dynamo, weil ich das leichter bauen und besser handhaben kann. Es soll ja nicht viel leisten, eine Beleuchtung für den Hühnerstall mit Hochleistungsled´s, mehr soll es nicht sein!
Dein grosses Windrad mit zwei Dynamos ist da schon etwas ambitionierter! ;)
Gruss, Carl
Carl von Canstein
 

Re: Dreiflügler mit zwei Nabendynamos

Beitragvon windstav » Di 22. Sep 2009, 08:22

Hallo Carl,

ich bekomme genug Spannung zum Laden.Allerdings komme ich nicht über 400mA Ladestrom.

In Reihe geschaltet braucht der Rotor (etwa) die halben Umdrehungen um auf Ladespannung zu kommen, aber er braucht mehr Wind um auch wirklich zu laden. Ich habe hier leider nicht den besten Standort, weil ringsum höhere Häuser stehen.
Mit der parallelen Schaltung kommt er auf höhere Drehzahlen und das Ergebniss ist besser.

Wenn man keinen Starken Wind hat , hat man mit nur einem Dynamo eventuell bessere Ergebnisse.
Es wäre interessant, wenn Bernd uns schreiben könnte, was seine Anlage bringt.

Gruß
Stav
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Re: Dreiflügler mit zwei Nabendynamos

Beitragvon Carl von Canstein » Di 22. Sep 2009, 10:18

Hallo Stav!
Ja, das ist sicher richtig! Bei mir ist auch relativ wenig Wind und so muss ich sehen, was sich denn machen läßt. Einen Vorteil hat das mit dem schwachen Wind sicherlich: Unsere Windräder, von denen ja manche noch nicht statisch so 100% bombensicher gebaut sind, oder erst unter Beweis stellen müssen, dass sie auch einen "Taifun " überleben können, sind an solchen Standorten meist etwas besser geschützt.
Das Du "nur" mit 400 Miliampere laden kannst finde ich nicht schlecht. Das leppert sich doch auch zusammen. Ich hatte mal ein Windrad mit 1m Durchmesser und drei 50cm hohen sehr schmalen Flügeln welches einen umgewickelten Asti Heizlüftermotor aus einem alten Fiat 1600 als Generator hatte.
Dort habe ich die Kohlebürsten herausgebastelt, die Lager auf Achsialdrucklager ausgetauscht und das Ding als Aussenläufer betrieben. Die Wicklung war eine Sissiphusarbeit weil ganz dünner Kupferdraht mit 6X soviel Wicklung zwischen die Anker gestopft werden musste um überhaupt bei 3m/sec Windgeschwindigkeit auf eine gute Ladespannung von 14 Volt zu kommen. Ich habe nie gemessen, wieviel Ampere das brachte, warscheinlich viel viel weniger als Deine 400mA! Aber auch damit konnte ich eine kleine Motorradbatterie aufladen und hatte am Wochenende in meiner Berghöhle auf Gran Canaria immer genug Strom für ein kleines Radio und zum Lesen mit einer Leuchtstoffröhre von einem Campinglicht. So gesehen hast Du viel mehr! Auch ist unser Rotor ja viel leistungsfähiger geworden, seit Bernd ihn mit unser aller Hilfe optimiert und verbessert hat!
Nach 5 Jahren Betrieb hat allerdings ein Orkan die Flügel von meinem Windrad abgerissen und sie 50m im Umfeld verstreut. Ich habe sie aufgesammelt, sie waren ein bisschen wackelig aber noch brauchbar.
Sie sind jetzt hier in Deutschland bei mir, aber seit hier die Technik so toll verbessert wurde, baue ich mir nun lieber ganz neue Flügel, die dann viel leistungsfähiger als meine alten sein werden. Ich lerne ja auch dazu, oder? ;)
Ich weiss nicht, wann Bernd Dir mit Deinem Windrad und der Elektrik weiterhelfen kann, er war schon einige Tage nicht mehr im Forum aktiv. Sicherlich braucht er etwas Ruhe, er hat ja einen Wahnsinn von Arbeit hier bei uns geleistet und hat "nebenbei" auch noch einen anstrengenden Job!
Es gibt aber noch andere Experten im Forum, ich hoffe, die helfen Dir in der Zwischenzeit weiter. Sonst musst Du Dich solange gedulden, bis Bernd wieder da ist!
Gruss, Carl
Carl von Canstein
 

Re: Dreiflügler mit zwei Nabendynamos

Beitragvon jb79 » Di 22. Sep 2009, 23:11

@Stav: Wie hast du die Generatoren in Serie geschalten?
Eine direkte Serienschaltung beider Rotoren funktioniert nur, wenn diese zu 100% in Phase und Drehzahl (das ist in jedem Fall sichergestellt) synchron laufen. Sind die beiden in der Phase nicht zu 100% gleich, so überlagern sich erzeugten Spannungen und die Summenspannung ist niedriger als man vermuten würde. Im Extremfall (180° Phasenverschiebung) wird die Summenspannung (bei identischen Generatoren) dann 0. Wie das bei verschiedenen Phasenlagen ausschaut kannst du da anschauen. Am besten Wave1 und Wave2 auf exakt identische Werte (z.B. Wavelengh=40, Amplitude=40 und Phase=0) stellen und dann mal bei einer der Wellen die Phasenverschiebung ändern. Dann siehst du unten in der Summenspannung, wie die sich in Betrag und Phase ändert.

Wenn du 2 Generatoren in Serie schalten willst dann am besten mit 2 Gleichrichtern und Pufferkondensatoren. Einfach jeden Generator einzeln an die Gleichrichterbrücke mit Kondensatoren und die beiden Gleichrichter in Serie schalten. Das funktioniert aber nur, wenn die Generatoren untereinander nicht leitend verbunden sind (sofern am Gehäuse der Generatoren Masse anliegt.

Eine andere Möglichkeit ist die von Carl angesprochene Spannungsverdopplung (z.B. per Delon Schaltung, statt dem Trafo kommt der Generator hin, du brauchst in Summe 4 Dioden (2 je Generator) und 2 Pufferkondensatoren. Für die Dioden nimmst du am besten Schottky Dioden, die haben weniger Verluste durch die verglichen mit normalen Dioden etwa halbierte Flußspannung. Die Schaltung würde dann so aussehen (ein Pol der Generatoren wird ohnehin verbunden, also wenn das Gehäuse Masse führt kannst du das als gemeinsamen Punkt nehmen).
Dateianhänge
Delonschaltung_2_Generatoren.JPG
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lg Jürgen
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