Vielleicht nutzt uns das mal etwas wenn wir selber einen Klauenpolgenerator dimensionieren.
Zunächst mal habe ich die geblechten Klauen des Shimano von seinem Spulenkern entfernt.
Das ging erstaunlich einfach denn die Klauen sind sehr lose auf den Kern gesteckt und halten
nur durch eine Lacktränkung zusammen.
Als erstes ein Bild das die recht grosse Spule des SRAM Nabendynamos mit dem Ferritkern zeigt:

Das nächste Bild zeigt den Klauenpolstator des Shimano. Schön sieht man die geblechten Klauen.
Schon jetzt konnte ich erahnen das sich im Inneren eine kleinere Spule befindet als bei SRAM.

Auf den folgenden beiden Bildern kann man schon rein optisch erkennen das die Spule des Shimano deutlich kleiner ist.
Auf der Waage zeigt sich das die SRAM Spule ca. 150 Gramm wiegt und die Shimanospule nur ca. 85 Gramm.
Der Unterschied ist also sehr deutlich. Wieso kommt der Shimano mit soviel weniger Kupfer aus ?
Die Antwort ist das er mit weniger Windungen und/oder geringeren Windungsdurchmesser anscheinend die gleiche
Induktion erreicht. Aber wie schafft er das ? Stärkerer Fluss durch den Kern ?
Die Spule des SRAM ist übrigens aus 0,7mm dicken Draht gewickelt und die des Shimano aus 0,6mm Draht.
Beide haben fast identische Innenwiderstände. Bei SRAM sind es 1,9 Ohm und beim Shimano 2 Ohm.


Das folgende Bild zeigt die vom Kern entfernten kleinen Klauen des Shimano.
Wie gesagt lassen sie sich leicht entfernen. Man hat fast bedenken das sie sich im normalen Betrieb auch lösen könnten.
Alle Klauen zusammen wiegen ca. 145 Gramm.

Auf dem nächsten Foto bekommt man einen Eindruck von der Grösse der Klauen.
Schön ist auch deren Form zu erkennen. Zu Beginn der Klaue ist diese noch recht dünn.
So wie auf meiner Hand liegend sind die Klauen auch im Dynamo montiert.

Das letzte Bild zeigt die Maße der Klauenteile. Die Klaue ist an ihrer Spitze gerade mal 1mm dick was auch Sinn macht
wenn es um Materialeinsparung geht denn an der Spitze wirkt ja nur ein Teil des magnetischen Flusses und am
Ende der Klaue dann der gesamte magnetische Fluss den die Klaue "eingesammelt" hat.

Wer möchte kann ja mal den ungefähren Querschnitt des Klauenendes das durch den Kern ragt, berechnen.
Es sind soviele Klauen wie Magnetpole, also 28 Stück. Von jeder Seite ragen 14 Klauenenden in den Kern und
ragen bis zur MItte. Von der anderen Seite dann das gleiche. Das Kernvorlumen entspricht daher dem Volumen
von 14 Klauenenden.
Was mir bei ein paar Spielereien mit einem Magneten und den Klauen auffiel ist das sie den magnetischen Fluss
wirklich sehr gut leiten. Ein kleiner Magnet auf der Klauenspitze hebt auch am hinteren Klauenende problemlos
Eisenteile auf. Das gleiche wiederholte ich mit den selbst gemachten Ferritteilen von Manfred. Erwartungsgemäß
leitete das Gusseisenferrit, obwohl von den Dimensionen in etwa gleich gross, den magnetischen Fluss wesentlich schlechter.

Jetzt habe ich selbst mal auf die schnelle das Eisenvolumen überschlagen. der zuführende Klauenschenkel ist ca.
4 mal 4mm dick, im Kern sogar noch etwas mehr. 4 mal 4 mm ergibt 16 mm². Das mal 14 gerechnet ergibt 224 mm²
oder anders ausgedrückt 2,24 Quadratzentimeter geblechter Eisenquerschnitt in den Schenkeln. Tatsächlich ist der
Kern sogar noch dicker, aber das schwächste Glied bestimmt ja eine Kette.
Wenn die Menge des Kernmaterials den Stromfluss begrenzen soll, kann es dann sein das 2,24 cm² Trafoblech
nicht ausreichen um mehr als 0,5 A in der Spule zu erzeugen ? Kann das hinkommen ?
Wenn ich mir überlege wie dick der Kern eines 12V Trafos ist der vielleicht 3A abgeben kann dann würde ich aus dem
Bauch heraus sagen ja. Was meint ihr ?
Grüsse
Bernd
