Scheibengenerator / eisenlos

Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Manfred » Fr 4. Mär 2011, 19:38

Hallo,

ich denke wenn ein Profi dieses Experiment weiter entwickelt sind Überraschungen noch möglich. Ich sehe den Vorteil: 1. ein eisenloser Generator; 2. eine einfache Konstruktion; 3. leicht zu erweitern auf eine mehrstufige Ausführungen; 4. es bleibt alles demontierbar.
Beide Experimente haben, dank eurer Mithilfe, für meine Anwendung ein gutes Ergebiss gebracht. Bei einer grösseren Kreisbahn der Magnete und einer mehrstufigen Bauweise könnte es vielleicht ein Windgenerator werden. :?:
Die elektrischen "Eingeweide" für meinen Generator habe ich abgeklärt. Jetz geht es darum dafür eine hübsche "Verpackung" zu konstruieren. Für die nächsten Tage bin erst einmal im Computer verschwunden und werde mein CAD Programm quälen.
Den Entwurf stelle Euch vor und dann geht die Bauerei erst richtig los.

Grüsse
Manfred
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Bernd » Sa 5. Mär 2011, 10:59

Hallo Manfred,
ich möchte mal versuchen deine Messergebnisse für einen Windradgenerator umzurechnen.
Derzeit misst du ca. 10 Volt pro Spule bei 2100 U/min oder 240V gesamter Generator bei 17,4 Ohm Gesamtwiderstand.

Eine Umrechnung auf andere Bedürfnisse von Spannung und Widerstand ist sehr einfach möglich.

Bei kleineren Windrädern setzt man oft auf 12 Volt Akkuladung.
Sagen wir mal wir wollen bei 100 U/min 12 Volt haben.
Derzeit haben wir 240Volt bei 2100 U/min.
Wenn wir 2100 durch 21 teilen dann kommen wir auf 100 U/min
Teilen wir 240 Volt durch 21 ergibt das 11,4 Volt bei 100 U/min.
Da haben wir ja zufällig fast schon eine Punktladung hinbekommen. :)

Dennoch wäre der Innenwiderstand von 17,4 Ohm für eine Akkulaung viel zu hoch, wir müssen uns was überlegen
um diesen Wert deutlich zu reduzieren.
Uns stehen mehrere Möglichkeiten offen, dickerer Draht, weniger Windungen und eine Vergrösserung des Durchmessers.
Eine Kombination aller Maßnahmen wird uns die grösste Wahrscheinlichkeit auf ein gutes Ergebnis geben.

Da unser Generator derzeit nur 15cm Durchmesser misst besteht noch viel Luft für eine Vergrösserung des
Durchmessers der Rotorscheibe.
Wenn wir den Durchmesser verdoppeln, verdoppelt sich gleichzeitig auch die Anzahl der Spulen und Magnete.
Dadurch und durch die doppelt so hohe Umfangsgeschwindigkeit vervierfacht sich die abgegebene Spannung.
Ein 30cm Rotor würde mit der doppelten Anzahl von Spulen und Magneten also schon 11,4 mal 4 = 45,6 Volt bei 100 U/min abgeben.
Die doppelte Anzahl von Spulen bedeutet aber auch doppelter Widerstand, jetzt 34,8 Ohm. Das wollen wir ja gaaar nicht. ;)
Deshalb verwenden wir weniger Windungen, nämlich nur 1/4 , weil wir ja nur 12 Volt brauchen und nicht 45,6.
Wir sind dann wieder bei den ursprünglichen 11,4 Volt, allerdings durch den bei 4 x weniger Windungen möglichen
doppelt so dicken Draht bei einem 16 x geringeren Innenwiderstand von nunmehr 34,8 / 16 = 2,2 Ohm.
Das hört sich schonmal besser an, ist aber immer noch etwas zuviel.
Der Widerstand hat sich also bei Verdoppelung des Durchmessers bei gleich gebliebener Spannung geachtelt.

Wir könnten den Durchmesser abermals vergrössern, z.B. auf 60cm Durchmesser. Dann wären es nur noch ca. 0,27 Ohm.
Das wäre ein überaus guter Wert für einen einfachen, völlig eisenlosen Generator. Allerdings brauchen wir dann auch ne Menge
an Kupfer und Magneten und der Generator wäre doch recht gross.

Alternativ, das ist derzeit meine spezielle Idee, könnten wir aber auch der "kleinen" 30cm Rotorscheibe ein Getriebe vorschalten
um bei gleicher Windraddrehzahl durch die höhere Generatordrehzahl auf eine höhere Spannung zu kommen.
Auch dann könnten wir wieder dickeren Draht verwenden um den Innenwiderstand zu senken.
Im Verhältnis der Übersetzung würde sich auch hier der Innenwiderstand bei gleich bleibender Spannung reduzieren.
Das bedeutet das uns z.B. ein 1:4 Getriebe den Innenwiderstand auf ein sechszehntel ( 1/16) reduzieren würde
, denn
viermal weniger Windungen sind nötig so das wir Draht mit dem vierfachen Querschnitt einsetzen können. 4 x 4 = 16 mal weniger Ohm.
Der 30cm Generator hätte also nur noch 2,2 / 16 = 0,14 Ohm !! Das ist irre wenig.

Das zeigt deutlich wie hilfreich hohe Drehzahlen und ein Getriebe bei der Konzeption eines Windradgenerators sein können.
Ich könnte mir sehr gut einfache Zahnriemengetriebe vorstellen die man direkt auf das z.B. hölzerne Generatorgehäuse aufsetzt,
bzw. dieses sogar ins Gehäuse quasi integriert.
Bauteile für Zahnriemengetriebe gibts bei Conrad, Ebay, Autoschrott etc. Denkbar wären natürlich auch andere günstige Getriebe.

Auf diese Weise liesse sich ein relativ kleiner, eisenloser, günstiger Generator aus einfachen Materialien (die jeder bearbeiten kann)
herstellen der relativ gute Daten aufweist.
Es bleibt fraglich wie schnell man so eine vielleicht hölzerne Rotorscheibe mit schweren Magneten drehen lassen kann bevor
es sie zerfetzt ?

Grüsse

Bernd
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Menelaos » Sa 5. Mär 2011, 11:57

im Verhältnis der Übersetzung würde sich der Innenwiderstand bei gleich bleibender Spannung reduzieren.
Das bedeutet das uns z.B. ein 1:4 Getriebe den Innenwiderstand auf ein viertel reduzieren würde.


Das sehe ich etwas anders Bernd.

Wenn die Drehzahl durch das Getriebe 4 mal soch hoch ist, brauche ich 4 Mal weniger Windungen, also somit 4 Mal weniger Kupferlänge und somit 4 Mal weniger WIderstand, soweit OK.
Ich belege damit dann aber uach 4 Mal weniger Platz den ich wieder durch die Verwendung dickeren Drahtes auffüllen kann. Draht mit 4 mal größerem Querschnitt hat aber erneut 4 Mal weniger Widerstand.
Multipliziert man das ganze kommt man letztliuch af 4x4= 16 Mal weniger Widerstand bei Verwendung eines 1:4 Getriebes :-)

Gruß
Max
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Bernd » Sa 5. Mär 2011, 12:14

WOW du hast natürlich Recht Max.
Den zweiten 4er Faktor hatte ich glatt unterschlagen. :D
Eine Reduzierung der Spannung auf die Hälfte geht mit einer Viertelung des Widerstandes einher.

Mein Beitrag weiter oben wurde durch mich editiert.

Vierfache Drehzahl wie in meinem Beispiel bedeutet vierfache Spannung. Vier mal Viertelung = 1/16
Man das katapultiert den einfachen Generator ja in ungeahnte Leistungsregionen. :!:
Aus den 17,4 Ohm werden dann nur noch 1,08 Ohm, wirklich erstaunlich.

Grüsse

Bernd
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Bernd » Sa 5. Mär 2011, 20:52

Für den weiter oben beispielhaft genannten"30cm Magnetrotor" wären vielleicht die folgende kubischen Magnete
ganz passend. Mit ihren Dimensionen 20 x 20 x 20 haben sie stolze 8cm³ Magnetvolumen und damit mehr
als doppelt soviel Volumen wie die Magnete die Manfred in seinen Tests verwandte.
Ihre Oberfläche ist ca. 27% grösser als die eines runden 20mm Magneten.
Mehr Oberfläche und auch mehr Dicke/Volumen sollten zusammen für noch bessere Ergebnisse sorgen.
Mit ihrer Höhe von 2cm kann man eine recht dicke/stabile Platte als Träger verwenden.
Der Preis für 32 Stück ist unverschämt günstig. Der gleiche Anbieter hat dasselbe Angebot auch für 79 Euro drinn.
Vermutlich sind die 49 Euro ein Fehler bei Erstellung der Auktion.
Uns soll es recht sein. :)

Bleibt das Problem das man quadratische Löcher "bohren" müsste. :)

http://cgi.ebay.de/32-Wurfel-NEODYM-MAG ... 0629888373

Grüsse

Bernd
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Manfred » Di 8. Mär 2011, 16:16

Hallo,

der elektrische Teil des Generators ist geklärt. Nun geht es an die mechanische Umsetzung dieser Erkenntnisse.
DSC00487.JPG
DSC00487.JPG (96.16 KiB) 7507-mal betrachtet

Als nächstes die Speichen im Rotor ausfräsen, Spulen wickeln und ...........jede Menge Kleinkram.

Grüsse
Manfred
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Wolle » Di 8. Mär 2011, 17:49

Man müsste so ein Getriebe gleich in Menelaos seinen eisenlosen Generator (aus dem Shop) integrieren können oder mit wenig Aufwand anbauen können.
Was braucht man da eigentlich für ein Getriebe dafür? Planeten?
Wolle
 
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Wolle » Di 8. Mär 2011, 17:56

[quote="Wolle"]Man müsste so ein Getriebe gleich in Menelaos seinen eisenlosen Generator (aus dem Shop) integrieren oder mit wenig Aufwand anbauen können.
Was braucht man da eigentlich für ein Getriebe dafür? Planeten?
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Bernd » Di 8. Mär 2011, 18:26

Manfred das sieht mal wieder obergeil aus was du da baust.
Es gefällt mir sehr das deine Konstruktionen nicht nur schlicht funktionieren sondern auch noch
so gut aussehen. Da kann ich nicht mithalten.

Wolle, bei dem Scheibengenerator von Max, eigentlich muss man Scheibengeneratoren sagen denn
mittlerweile gibt es auch noch eine grösse Version, brauchst du oft gar kein Getriebe vorsetzen.
Wie ich aber vor einiger Zeit mal hier im Forum vorrechnete kann ein Getriebe auch an dem
Generator von Max einiges bringen, aber dann muss auch der Verbraucher die hohen Spannungen
nutzen können.
Plantengetriebe sind sehr kompakte Getriebe wie man sie auch oft an Servormotoren findet.
Natürlich gingen auch Riemen- oder andere Getriebeformen.

Grüsse

Bernd
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Re: Scheibengenerator / eisenlos

Beitragvon Wolle » Di 8. Mär 2011, 18:34

Man müsste so ein Getriebe gleich in Menelaos seinen eisenlosen Generator (aus dem Shop) integrieren oder mit wenig Aufwand anbauen können.
Wenn man die Leistungskurve des Genis sieht die Bernd aufgenommen hat: viewtopic.php?f=8&t=781
Was braucht man da eigentlich für ein Getriebe dafür? Planeten?
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