Dicke der Magnete

Re: Dicke der Magnete

Beitragvon Menelaos » So 22. Mai 2011, 10:09

Nun, ich habe die Frage auch nicht 100%ig verstanden aber ich will versuchen das nochmal anders zu erklären was die Dicke angeht.

Bei einem Scheibengenerator hat man ja 2 gegenübeliegende Rotorscheiben die mit Magneten bestückt sind. Dazwischen befindet sich der Stator mit den Spulen. Den Platz zwischen 2 gegenüberliegenden Magneten bezeichnet man als " Luftspalt". Dazwischen haben wir ein magnetisches Feld welches auf die Spulen wirkt. Dieses sollte natürlich möglichst stark sein. Je stärker es ist, desto höher ist die indizierte Spannung pro WIndung der Spule. Weniger Windungen bedeutet, dass man mit dickerem Draht auf beschränktem Platz wickeln kann, was wiederum für weniger Widerstand sorgt. Wenig WIderstand ist gut für den Wirkungsgrad des Generators.

Wie groß der Magnetische Fluss zwischen einem Magnetpaar ist, hängt aber von einigen Faktoren ab.

1. Der Magnetisierungsgrad der Magnete. Magnete mit N52 können also ein stärkeres Feld aufbauen als N42
2. Das Volumen der Magnete. Nicht die Fläche ist entscheidend, sondern das Volumen. Magnete mit einem größeren Volumen erzeugen also eine größere magnetische Flussdichte
3. der Abstand zwischen den Magneten. Je weiter die beiden Magnete auseinander sind, desto kleiner wird die magnetische Flussdichte. Diese Abhängigkeit ist dabei nicht liniear. Je weiter man die beiden Magnete von einander entfernt, desto überproportional stark sindkt die Flussdichte.

Als Daumenregel kann man aber sagen, dass die bis zu einem Abstand von etwa doppelter Magnetbreite die Flussdichte noch relativ linear abnimmt. EIn zu großer Luftspalt bedeutet also, dass man wesentlich mehr WIndungen in den Stator einbringen muss...OK, man hat dafür dann auch wieder mehr Platz aber irgendwann ist das Verhältnis von Kupfermenge und WIderstand zum Luftspalt nicht mehr gut. Hier ist es prima, das optimum zu finden.
Man kann die magnetische Flussdichte natürlich erhöhen, indem man auf vorhandener Fläche eines Magneten einfach die Höhe vergrößert, also die Magnetmasser erhöht (Punkt2). Das wird klappen, allerdings ist das Verhältnis auch hier leider nicht linear. ein Magnet der bei gleicher Grundfläche doppelt so hoch ist, wird kein doppelt so starkes Feld erzeugen :-(

Um hier das optimum zu finden, kann man getrost die Daumenformel verwenden die ich gepostet habe. In der Regel verwendet man also Magnete die etwa doppelt so lang wie breit sind und doppelt so breit wie hoch. Das hat verschiedene Gründe...

Möchte man jedoch andere Magnetmaße verwenden oder gar runde Magnete, so kann man mit Hilfe der Formel von Ekofun ermitteln. welche Magnethöhe in Bezug zu Magnetmasse ($$$) und Bauhöhe die besten Resultate erbringt.

Es geht also darum, die wirtschaftlichste Lösung zu finden, nicht die beste und auch nicht die billigste.
Ich hoffe das erklärt diene Frage. :-)

Gruß
Max
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Re: Dicke der Magnete

Beitragvon Ekofun » So 22. Mai 2011, 10:12

Hallo Bernd,

glaube das deine Ausage bestätigt auch diese Diagramm den ich geschickt habe.
Zum Beisp. bei H/D vom 0,3 hat er Haftkraft vom ca 53Kg,bei H/D vom 0,8 hat er nicht 106 Kg sonst um73Kg.(ohne Luftspalt).

Viele Grüße

Ekofun

P.S. Deine auch Menelaos,warst schneller als ich mit Antwort. :)
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Re: Dicke der Magnete

Beitragvon miniwindi » So 22. Mai 2011, 10:26

Hallo Max,
Danke für die Mühe und die sehr ausführliche Antwort. Das war verständlich.
Viele Grüße und einen schönen Sonntag wünsche ich Allen
Herbert
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Re: Dicke der Magnete

Beitragvon Arowana » Mo 6. Jun 2011, 12:51

Hi alle,

Zu diesem Thema habe ich auch eine Frage.

ich habe billig MAgnete gesehen und zwar mit Massen 40 X 20 X 5 N52
Meine Frage ist es wegen den 5 mm Dicke Möglich einen 500 Watt Scheibengeni zu betreiben oder ratet ihr mir davon ab!?
Ich wollte bei denen 2 nebeneinander legen dass ich 40 X 40 X 5 N52 habe.

Mfg Michael
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Re: Dicke der Magnete

Beitragvon Menelaos » Mo 6. Jun 2011, 15:27

das wird wohl nichts werdne, die Magnete sind viel zu dünn und haben zu wenig Volumen. Hier hättest du schon mit einer horizontalen Anlage mit SLZ 7 oder so Probleme.

Ich denke du solltest dir größere Magnete besorgen, vor allem dann, enn du Batterien laden willst. Es kommt aber natürlich auf deine ANlagengröße an.

Gruß
Max
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Re: Dicke der Magnete

Beitragvon Bernd » Mo 6. Jun 2011, 16:48

Hallo Michael,
wenn du bei den 500 Watt an deinen geplanten Lenzrotor mit 1m Durchmesser dachtest, dann müsste
der Generator entweder einen grosen Durchmesser haben oder es müsste eine Übersetzung den Generator
auf Touren bringen. Grund ist das der Lenz relativ geringe Drehzahlen liefert.
Ein Generator mit einem grosen Durchmesser wäre relativ teuer.
Außerdem müsste der Stator naturgemäß recht dünn ausfallen, vielleicht 8mm, was den Aufbau auch
nicht gerade erleichtert. Trotzdem ist es durchaus möglich.
Ich erinnere mal an den Generator im Black 300 Windrad dessen Magnete auch nur ca. 5mm stark sind.

Grundsätzlich sind deine anvisierten 5mm Magneten schon geeignet für einen eisenlosen Scheibengenerator,
der Dir ja wahrscheinlich derzeit vorschwebt, es kommt halt auf die Drehzahl an mit der man den Generator
betreiben kann und im Direktlauf ist da beim Lenz nicht so viel Drehzahl zu erwarten.
Die Höhe der Drehzahl ist aber das A und O bei Generatorselbstbau, ebenso wie der Durchmesser der Kreisbahn
auf der sich Magneten und Spulne befinden und damit einhergehend die Anzahl von Spulen und Magneten und
leider auch dem Preis. ;)
Die anvisierte Nutzspannungshöhe ist eigentlich egal, wichtig ist bei welcher Drehzahl man sie erreichen will.
Direkte Batterieladung ist grundsätzlich eine weitere Hürde beim Generatorbau weil ein Akku bei simpler
Direktladung den Generator heftig belastet und zu schlechten Wirkungsgraden führt.
Hier wäre eine MPPT Regelung zur Batterieladung deutlich effektiver.
Eine Riemenübersetzung von sagen wir 1:3 würde den Generatorpreis (und seine Dimensionen) sicher mehr
als halbieren.

Du könntest auch zwei Magnete übereinander legen, falls du an diese Magnetgrösse sehr günstig heran kommst.

Grüsse

Bernd
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Re: Dicke der Magnete

Beitragvon Ekofun » Mo 6. Jun 2011, 17:24

Hallo Arowana,

wenn Sie machen so wie Bernd gesagt hat dann ist H/D Verhältnis 0,31 und das genügt.Also 2 Magneten ein auf einander kleben.

Grüße

Ekofun
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Re: Dicke der Magnete

Beitragvon Menelaos » Mo 6. Jun 2011, 18:00

Ohne Getriebe wird es jedoch leider auf keinen fall funktionieren :-(

2 Magnete zu stapeln bringt einen schonmal weiter, aber noch immer sind die Dinger ziemlich klein bemessen. Auch platztechnisch ist es ungünstiger mit vielen kleinen Magneten anstatt wenigen großen zu arbeiten. Du würdest aber schon eine große Polzahl benötigen wenn du diese kleinen DInger verwendest.

MEINER MEINUNG NACH ist ein Direktantrieb bei der geplanten Rotorgröße und Batterieladung in Verbindung mit diesen kleinen Magneten unsinnig. Da dein WIndrad aber noch relativ klein werden soll, lassen sich Übersetzungen noch recht einfach finden bzw. selbst bauen. 1:3 wie Bernd es vorschlug ist aber wohl immer noch etwas wenig. Auf 1:5 würde ich wohl mindestens gehen.

Hast du dir denn ein Limit gesetzt was dein generator maximal koste darf?


Gruß
Max
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Re: Dicke der Magnete

Beitragvon Mark » Mo 6. Jun 2011, 18:39

Hat schon jemand mit den Tool gearbeitet?
http://www.thyssenkrupp-magnettechnik.c ... berechnung

Angenommen ich gebe da den ebay neodym ein
L x H x B = 35 x 2,5 x 3,9 mm.

remenzflussdichte nehm ich mal 1300gauss falls das für nen n45 passt
und reihe 10 stück aneinander, falls das so richtig ist

siehe bild sollten die werte doch sehr gut sein oder?
Dateianhänge
magnet.jpg
pic
magnet.jpg (47.92 KiB) 9392-mal betrachtet
Mark
 
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Re: Dicke der Magnete

Beitragvon miniwindi » Mo 6. Jun 2011, 18:45

Hallo,
was mir gerade beim Lesen der aktuellen Beiträge eingefallen ist:
Ich habe doch mal den McFun geöffnet. Hier gibt es auch Fotos von Innen.
viewtopic.php?f=8&t=567#p8078
Die Magnete sind auch nicht sonderlich dick. Ein Getriebe bräuchte man da aber auch um an die angegebene Leistung zu kommen.
Viele Grüße Herbert
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