Ob die Regel, dass die Achse mindestens ein hundertstel des Rotordurchmessers betragen muss, nun der Weisheit letzter Schluss auch fuer uns und unsere Vertikalachser ist, kann ich nicht so genau beantworten,
jedenfalls gibt Christian Kuhtz dies fuer Horizontallaeufer in seinem Heft "Windkraft, ja bitte" an.
Der Spargelrotor auf dem Foto hat schaetzungsweise 8-10 Hundertstel vom Rotordurchmesser als Achsstaerke, also mindestens 8 mal soviel, womit diese ja eigentlich recht stark dimensioniert ist !
Allerdings ist da wirklich noch die Laenge des Rotors mit der damit verbundenen Hebelkraft zu beachten. Auch die Verbiegbarkeit einer so langen Welle in sich muesste starke Schwingungen aufschaukeln, die erst mal konstruktiv aufgefangen werden wollen oder andernfalls Materialermuedungen verursachen, also Schaeden, die oft erst viel spaeter zu Buch schlagen.
Waere die Rotorkonstruktion statisch wie ein Gittermast als Ganzes, also mit Fluegeln und Verstrebung in sich stabil und steif, so waere da immer noch der Knickpunkt unterhalb des Rotors an der Lagerung, der durch die enorme Hebelwirkung mit der grossen Rotorlaenge entsteht.
Vielleicht genuegen ja die 8 Hundertstel vom Rotordurchmesser, um diese Kraefte ausreichend aufzufangen. Hier kommt es sicher auch auf das Material der Welle an, welche Stahlsorte, wie gehaertet usw. Ein Thema also aus der Materialkunde.
Genaueres koennte Euch vielleicht jemand sagen, der sich beruflich oder studienmaessig damit auseinandersetzt.
Waere ja schoen, wenn sich jemand mit Fachausbildung an unseren Entwicklungen beteiligen moechte oder wenigstens einer von uns sich von diesen Kuensten leiten liesse.
Denn dieses Thema hat fuer uns noch einiges auf Lager!
Das merkt einer aber wohl erst, wenn er wie ich 20Jahre lang oder mehr Ratespiel mit Materialauswahl und Konstruktionsweise gemacht hat! Es macht eben mehr Spass, sich dem Spiel beim Bauen und Basteln hinzugeben!!!
Wenn ich Euch auf meine persoenlichen Fehler aufmerksam mache, dann warum wohl?
Ach so, ja, dass mit der horizontalen Anordnung eines solchen Rotors ist etwas tueckisch wegen der Einwirkung der Schwerkraft. Ich habe Erfahrungen mit einem Modell gemacht und kann deshalb erste Hinweise geben: Wenn der Rotordurchmesser hierbei minimalst gehalten bleibt, also ein ganz schmaler "Spargel" grosser Laenge, moeglichst mit mehreren Lagerungen in Einzelabschnitten auf der Laenge genommen wird, hat man eine hohe Drehzahl bei gutem Drehmoment und kann vielleicht neben den Schwingungen durch Achslaenge auch die Schwerkraftlastwechsel der Fluegel besser auffangen. Ein Rotor mit 1m Durchmesser und 1m Fluegellaenge, wie ich ihn gebaut hatte, kann ganz schoen problematisch durch Schwerkraftwechsel werden. Diese treten zwar auch an Rotoren auf, bei denen der Abstand der Fluegel zur Drehachse relatív klein ist, sie wirken sich aber nicht so schlimm aus. Die Last der Fluegel auf kurzen Tragarmen wird besser aufgefangen weil die Tragarme zur Schwerkraft wie Hebel wirken, je laenger die Tragarme, desto wirkungsvoller. So erklaere ich mir das jedenfalls, ob es stimmt, sei dahingestellt. Bei extremem Starkwind beutelten sich bei dem 1m Modell auch die Leitflaechen aus Alu enorm nach aussen weg, es entstanden starke Schwingungen, obwohl der Rotor relativ gut ausbalanciert war. Ein sehr langer duenner Spargel, horizontal liegend und mehrfach gelagert sollte eigentlich besser funktionieren, ich hab´s aber noch nicht probiert.
Tatsaechlich mussten die Tragarmverbindungen bei meinem breiteren Modellschon nach wenigen Monaten Betrieb repariert werden.
Irgendwo hier im Forum hatte ich ja ein Foto von diesem Monster reingestellt (oder war das bei Kleinwind?). Falls jemand es findet und den Link hierhersetzt, gut, ich kann aber auf Wunsch das Foto auch nochmal hochladen.
Gruss, Carl