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Mastfundament mit Erdung

Verfasst:
Mo 5. Sep 2011, 05:41
von seb
Hallo Gemeinde,
Ich habe im Nachbardorf bereits meinen zukünftigen Gittermast liegen, der übrigens noch fast nagelneu und 11m lang ist.
Jetzt überlege ich, wie man das Fundament korrekt ausführt. Gerade was Dimensionierung des Fundamentes und Erdung
des Mastes angeht hoffe ich auf eure Erfahrung und Tips.
Viele Grüße
Seb.
Re: Mastfundament mit Erdung

Verfasst:
Mo 5. Sep 2011, 08:16
von Bernd
Zur Erdung gibt es die Möglichkeit Bandstahl an der Fundamentunterseite vor dem Giessen auszulegen.
Bei Häusern ist das wohl eine gängige Bauweise, allerdings dürfte dein Fundament nicht sehr weit in den
Boden reichen, ich weiss nicht ob der Erder dann noch ausreichend niederohmig ausfallen würde denn die
oberen Erdschichten sind im Sommer evtl. zu trocken für eine gute Leitfähigkeit.
Eine sichere Bauweise ist, sofern es der Untergrund zulässt, ist die Einbringung eines langen Tiefenerders.
Hierbei werden Schlagerderstäbe in den Boden eingetrieben, meist bis auf Tiefen von ca. 10 bis 30m.
Genau das habe ich als Ersatz für den weggegammelten Erder an meinem Haus vor.
Auch das Windrad auf dem Werkstattdach soll über so einen Schlagerder geerdet werden.
Die Stäbe die man eintreibt gibt es meist in Längen von 1,5m und 2cm oder 2,5cm Dicke. Die Stäbe können inneinander
gesteckt werden und verbinden sich formschlüssig und vor allen elektrisch sicher beim Eintreiben.
Leider sind diese Stäbe nicht ganz billig.
Kreuzerderstäbe sind, nach dem was ich mir erlesen konnte, eher die "Pfuschmethode" weil sie nicht tief genug
in den Boden reichen und somit mehr für das Gewissen als für den Zweck dienlich sind. Je nach Bodenbeschaffenheit
und Bodenfeuchte sind Kreuzerder wohl meistens nur für einen einfachen Potentialausgleich, nicht aber für einen
Blitzschutz zu gebrauchen.
Grüsse
Bernd
Re: Mastfundament mit Erdung

Verfasst:
Mo 5. Sep 2011, 11:56
von Ekofun
Hallo Seb,Bernd,
da wir hier keine Wasserleitungen haben,haben Brunnen,tiefe ca 11 m.Wo wir das gebohrt haben und 1m rohre rein getan haben habe auf erste Rohr Kupferband 20 x20 mm = 400mm^2 dran geschraubt und ins Tiefe gelassen.So ist beste Erdnung hier in Dorf auf diese Weise geschaffen.
Oben ist dann neormale verzinktes Band weter geleitet und das ist dann Erdnung für Haus.Wo der Man vom E-Werk Wiederstand gemessen (Kontrole gesetzlich) hat gestaunt,es war 0,4 Ohm.Erder ist immer in Wasser!!
Grüße
Ekofun
Re: Mastfundament mit Erdung

Verfasst:
Sa 10. Sep 2011, 08:36
von seb
hmmm, schade, mein Brunnen ist recht weit weg.
Gaaanz blöde Frage: was passiert denn, wenn ich ihn nicht erde? Der Blitz fährt so oder so rein.
Blitze suchen sich doch den Weg des geringsten Widerstandes. Wenn der Mast nicht geerdet ist, so hat er einen höheren Widerstand.
Sinkt dadurch die Wahrscheinlichkeit eines Einschlages?
Viele Grüße
Seb.
Re: Mastfundament mit Erdung

Verfasst:
Sa 10. Sep 2011, 09:34
von andreas
Hallo Sebastian,
die Erdung des Mastes ist wichtig. Elektrisch bekommt der Mast damit Erdbodenpotential und wird für den Blitz unattraktiv. Er ist damit sozusagen elektrostatisch unsichtbar geworden. So ein Blitzableiter kann den Blitz ja auch nicht wirklich ableiten, denn dazu müsste er schon armdick sein. Vielmehr räumt er "nur" statische Aufladungen aus.
MfG. Andreas
Re: Mastfundament mit Erdung

Verfasst:
Sa 10. Sep 2011, 16:07
von Ekofun
Hallo Seb,
aus meine Erfahrung denke das wenn Erder kein gute Kontakt mit Erde hat und wenn ein Bliz einschlägt geht größte Teil des Blizes ins Erde,eine Teil geht zurück und macht dann Schäden im Umgeben.Dann springt er wo er am besten kann und Schäden können beachtlich sein sogar wenn Holzwände am Blizwege sind kann es zu Feuer kommen.
Das habe schon gesehen hier in Dorf,nämlich hier hat keine Blizschutz ist "zu Teuer" sagen Schlaumeyer.
Grüße
Ekofun
Re: Mastfundament mit Erdung

Verfasst:
Mi 14. Sep 2011, 10:42
von bernhard8
Wenn du keine Erdung machst, also einen großen Erdungswiderstand hast dann besteht die große Gefahr dass sich der Blitz den besten Weg woanders sucht. Das könnte über die Zuleitungen deines Windrads zum Haus sein weil du dort vermutlich eine viel bessere Erdung hast.
Dadurch siehst du schon: du würdest dir damit sogar den Blitz eher ins Haus umleiten.
Wir sprechen hier auch nicht nur von direkten Blitzeinschlägen sondern auch von Überspannungen die dir sonst ganz einfach mal irgendwelche Geräte kaputtmachen werden. Andreas hat das schon angesprochen.
Wenn du schon ein Fundament machst dann ist es eine Kleinigkeit die Erdung zu ergänzen. Du kannst Blitzschutzdraht vergraben sodaß er möglichst viel und guten Kontakt zu nassem Erdreich hat. Am Besten sind wohl ausreichend Erdrer reinzuhauen, vermutlich eher in die Tiefe weil hier die Erde nasser sein wird.
Am Ende wäre es schön wenn du den Erdungswiderstand vom Elektriker kontrollieren lässt.
Übrigens kostet es nicht viel sich die Erdung vom Profi machen zu lassen. Wir haben mehrmals eine Firma beauftragt um freistehende Masten zu erden. Das hat im Bereich von 150 bis 300 Euro gekostet. Da kriegst du dafür auch ein Prüfprotokoll mit.